Niederrhein

Radfahrer vor dem Xantener Dom
Radfahrer vor dem Xantener Dom © Niederrhein Tourismus/Agentur Berns

Der Niederrhein ist nicht nur ein Abschnitt des Rheinlaufs, sondern auch eine Region im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Der Niederrhein ist keine geschlossene Landschaft, seine Abgrenzung ist schwierig.

Im allgemeinen Sprachgebrauch und im Bewusstsein der Bevölkerung stellt sich das Niederrheingebiet jedoch kleiner dar. Zum unteren Niederrhein gehören unstrittig die Kreise Kleve und Wesel sowie die Ruhrgebietsstadt Duisburg, die sich als Hauptzentrum des Niederrheins bezeichnet.

Zum mittleren Niederrhein zählen in erster Linie die linksrheinischen Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie die Kreise Neuss und Viersen. Die Südgrenze des Niederrheins kann an der Verbreitung der niederrheinischen Bierspezialität "Alt" festgemacht werden. Somit reicht der Niederrhein bis nach Dormagen, Grevenbroich. Niederrhein ist nicht gleich Niederrhein. Da gibt´s Unterschiede, gewaltige. Laut neuesten Forschungen des Amtes für Rheinische Landeskunde erstreckt sich südlich von Mönchengladbach in west-östlicher Richtung ein tiefer Graben. Er trennt zwei Kulturen. Nördlich davon kennt und schätzt man als Süßspeise die Grillaschtorte (Eistorte, die aus Baiserböden und Sahne mit Schokosplittern besteht), südlich dieser Grenze weiß man nicht einmal mit dem Wort was anzufangen. Diesseits und jenseits der sogenannten "Benrather Linie" spricht man anders, wissen die Dialektforscher. In Hamborn und Bruckhausen trinkt man Tee, vorzugsweise türkischen vom Schwarzen Meer. Der Bauer im Kreis Viersen lebt und arbeitet in einer sogenannten "fränkischen" geschlossenen Hofanlage, der Landwirt im Kreis Kleve in der Regel in einem "sächsischen Langhaus". In Rheydt, Neukirchen-Vluyn, Pfalzdorf wohnen die Protestanten, natürlich auch jenseits des Rheins.

Der Niederrheiner an sich ist so tolerant wie das Land flach ist. Denn er hat Weitblick, blickt über den eigenen Kirchturm hinaus - wenigstens bis zum nächsten. Es gab Zeiten, da galt dort dann ein anderes Gesangbuch, denn über den Niederrhein wachen gleich drei Bischöfe: in Aachen, Münster und Köln.

Von wegen plattes Land. Der Niederrhein ist eine "Berglandschaft". Die Niederländer kommen in Scharen, weil es zwischen Rhein, Niers und Maas gibt, was bei ihnen Seltenheitswert hat: Berge. Kaffeetrinken auf der Aussichtsterrasse des Eltenbergs. Radwandern in der "Hinsbecker Schweiz". Und sie kommen nicht erst seit gestern, sie kommen seit 300 Jahren - um zu malen: Landschaftspanoramen, die Rheinebene, Blick vom Klever Springenberg, Fluss- und Parklandschaften.

Kopfweiden am Niederrhein
Kopfweiden am Niederrhein © Niederrhein Tourismus/Agentur Berns

Johann Moritz von Nassau-Siegen, der brandenburgische Statthalter in Kleve, ließ eine solche Landschaft gestalten: wie gemalt, ein barocker Traum, die Landschaftsplanung eingebettet in die Natur. 300 Jahre nach Johann Moritz: Die "Die Insel Hombroich" bei Neuss. Bis Mitte der achtziger Jahre wurde sie intensiv landwirtschaftlich genutzt - heute: Kunst trifft auf die Natur. Nicht mehr ursprüngliche Wildnis, sondern gestaltete Landschaft mit Bächen, Teichen, Kopfweiden, Brücken. Gewundene Wege, Gebäude, vom Bildhauer Heerich für diese Landschaft entworfen. Nicht einfach irgendwo hingebaut, sondern gezielt an markanten Punkten errichtet.

Schloss Dyck, Burg Linn, Schloss Moers sind berühmt für ihre Parkanlagen. Englische Landschaftsgärten mit Elefantenohrbaum, Mammutbaum, Tulpenbaum, Eibe,  Esskastanie, Blutbuche, Zypresse und Gingko. Dies alles sind Kunstwerke eines berühmten Gärtners: Maximilian von Weyhe, königlich-preußischer Gartenbauinspektor und -direktor,  kam 1647 nach Kleve und ließ die vorgefundenen Gartenrelikte und Teile der niederrheinischen Landschaft zu einer der bedeutendsten Parkanlagen in Europa umbauen. Wer etwas auf sich hielt am Niederrhein, ließ sich von ihm seinen Park gestalten.

Mit jährlich 200.000 überwinternden sibirischen Wildgänsen gehört der Niederrhein zu den wichtigsten europäischen Winterquartieren dieser Zugvögel. Sie suchen grüne Wiesen, Wasser, die Ruhe. Inzwischen gibt es für Interessierte eine Art Öko-Tourismus: Störche in Zyfflich, Gänse in der Düffel, Graureiher an den Krickenbecker Seen, dazu Haubentaucher, Schleiereulen, Kormorane. Die Sehnsucht nach der Natur ist groß.

Was früher die Kur war, heißt heute Wellness. Früher gab es Bad Cleve, "Luft- und Terrain-Curort I. Ranges", die High Society kam aus ganz Europa, man fuhr nicht der Gesundheit wegen hierher, sondern der Gesellschaft wegen. Und heute lässt der Gast seine betagten Gebeine ins Wasser hängen, z.B. in Arcen, da sprudelt es aus 900 m Tiefe. Oder vielleicht anderen bei der Arbeit zusehen: Urlaub auf dem Bauernhof bei Sonsbeck. - Wandern von Mühle zu Mühle an Schwalm und Nette. - Paddeln auf der Niers.

Seltene, gefährdete Tier- und Pflanzenarten kann der Besucher im "Naturpark Schwalm-Nette" finden, auf rund 435 qkm gibt es Kormorane, Wildschweine, Graureiherkolonien, seltene Orchideenarten und fleischfressende Pflanzen.

Das Land hier ist flach und eignet sich vorzüglich zum Radwandern und zu Paddel- oder Kanutouren auf Niers, Lippe und Rhein. Die 2.000 km lange "NiederRheinroute" ist das längste ausgeschilderte Radwegenetz in Deutschland.

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Tourist-Information

Niederrhein Tourismus GmbH
Willy-Brandt-Ring 13
41747 Viersen
Telefon: 02162-817903
Telefax: 02162-8179180

E-Mail: info@niederrhein-tourismus.de
Homepage: www.niederrhein-tourismus.de

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