Ferien auf dem Bauernhof (Teil 2) – Mit Kindern auf den Bauernhof

Stockbrotbacken auf dem ThomahofDie Fahrt geht mit mehr als einhundert Kilometer pro Stunde dahin, immer wieder werden die Fahrgäste von enormen Kräften in den Sitz gepresst, um sich nur Sekunden später fast schwerelos zu fühlen. Eine Achterbahnfahrt ist eben ein ganz besonderes Abenteuer. Eine Traktorfahrt scheint dagegen den größtmöglichen Kontrast zu bieten: Gar nicht schnell, Magen schonend und so ganz ohne Nervenkitzel. Aber trotzdem bleibt es für viele Kinder die unvergessliche Ferienerinnerung, wenn sie einmal die Bäuerin oder der Bauer auf dem Traktor mitnimmt.

Neues für alle Sinne

Urlaub auf dem Bauernhof ist für Kinder faszinierend und spannend. Zumindest den meisten von uns erscheint das vollkommen selbstverständlich. So selbstverständlich, dass es direkt schwer fällt, etwas sachlicher darüber nachzudenken. Doch welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Da ist zunächst einmal – wie auch bei Erwachsenen – ein gewisses Maß an Abwechslung wichtig, das für den „Urlaubserfolg“ entscheidend ist. Kinder, die aus dem Allgäu stammen, würden vielleicht gerne auf einen Hof an der Nordseeküste fahren – dies aber eher wegen der Lage in der ungewohnten Landschaft. Für viele Stadtkinder reicht dagegen schon eine kurze Distanz, denn der Bauernhof bietet genug Faszination. Entscheidend ist, dass die Summe all dessen stimmt, was dann die wirkliche Abwechslung ausmacht.

Ein gut zugängliches Ferienerlebnis

NachwuchsLeben und Arbeit auf dem Bauernhof sind für Kinder und Jugendliche gut „zugänglich“, ermöglichen leicht ein Miterleben. Das soll nun nicht im mindesten heißen, dass die Arbeit in der Landwirtschaft keine Qualifikation erfordert, aber vieles ist zumindest in seinen Grundzügen nachvollziehbar und einsichtig: Füttern, Melken, Säen, Ernten. Kleine Feriengäste sind meist begeistert, wenn sie bei der Arbeit im Stall mit Anpacken dürfen. Aus dem Blickwinkel der Kinder ist es auf dem Bauernhof leichter, sich an der Arbeit der Erwachsenen zu beteiligen als in vielen anderen Berufen. Und wer unbeschwert von dem Gedanken an unterschiedliche Normen, Gesetze und Verordnungen die neugeborenen Ferkel im Stall beobachtet, erlebt dies mit viel Emotion.

Die mitwachsende Ferienidylle

Bei der Auswahl des Bauernhofes ist die Umsicht der Eltern gefragt. Natürlich gibt es viele Familien, die seit Jahren „ihren“ Hof haben, den sie immer wieder besuchen und dem man mit einer Mischung aus Freundschaft und Tradition verbunden ist. Was ansonsten für die Kinder auf dem Bauernhof wichtig ist, hängt stark vom Alter ab und persönliche Interessen kommen natürlich später noch hinzu.

Ein Sandhaufen auf dem Hof, mit Platz für Grabungen und kühne Tunnelprojekte, kann für kleine Feriengäste schon zum bevorzugten Stammplatz während des Urlaubs werden. Ältere wollen mehr erkunden und die meisten sind schon davon begeistert, wie viel Raum es dazu gibt. Großes Interesse gilt auch der Arbeit des Landwirts und bei der Versorgung der Tiere helfen zu dürfen, ist für viele ein wichtiges Erlebnis.

„Spätestens wenn die Kinder fragen, wo bei der Kuh die Butter rauskommt, hilft nur noch eins – Urlaub auf dem Bauernhof.“ Damit mag der Journalist Friedrich Küppersbusch etwas übertrieben haben, aber der Weg vom Kühlregal zur Kuh scheint oft weit. Der Kontakt mit Tieren gehört zu den Highlights des Bauernhofurlaubs und das Leben scheint für eine Weile wieder an Ursprünglichkeit zu gewinnen. Natürlich sollten die Feriengäste bei ihren Erwartungen regionale Unterschiede bedenken.In Deutschlands nördlichen  Gegenden kann man nicht immer mit Kuh und Kalb rechnen, sondern freut sich eben auf Schaf und Lamm. Doch eigentlich kommen alle Altersgruppen auf ihre Kosten: Für die Kleineren gibt es Katzen oder vielleicht einen Esel zum Streicheln und für die Älteren manchmal sogar Reitpferde.

 Abenteuer wagen und Erlebnisse teilen

Traberhof HooksielWer über den Hof rennt, kann stolpern. Wer auf einen Apfelbaum klettert kann herunterfallen. Sicher ist ein Bauernhof kein Abenteuerspielplatz, aber doch ein Platz für kleine Abenteuer. Und gerade das macht den Aufenthalt für Kinder so attraktiv. Die richtigen Gefahren, wie sie zum Beispiel an Maschinen bestehen können, sind selbstverständlich klar auszuschließen. Aber die kleinen Wagnisse, die Spannung beim Spiel, sie sind es, die Kindern Selbstbewusstsein und Selbstgewissheit stärken.

Auf dem Bauernhof finden Kinder schnell Kontakt und nicht selten verabreden sich die Familien wieder für einen weiteren gemeinsamen Aufenthalt. Das kann für alle ein Gewinn sein. Und ein Punkt wird sonst gerne übersehen, wenn vom Urlaub die Rede ist: Kinder sind glücklich, wenn sie kleine Abenteuer auch mal mit den Eltern teilen können, ohne dass Termine und Telefon stören. Da reicht es schon, wenn beim ersten Ausritt der eigene Vater das Pony führt oder die ganze Familie bei der Kirschernte hilft. Gemeinsame Erlebnisse, die für immer in Erinnerung bleiben.

Ferien auf dem Bauernhof (Teil 1) – Auszeit mit Tradition und viel Emotion

 

Bilder © Thomahof, Unsere Kleine Farm, Traberhof/Bauernhofurlaub.de

5 Kommentare zu “Ferien auf dem Bauernhof (Teil 2) – Mit Kindern auf den Bauernhof

  1. Maximilian Luers · Edit

    „Spätestens wenn die Kinder fragen, wo bei der Kuh die Butter rauskommt, hilft nur noch eins – Urlaub auf dem Bauernhof.“

    … find ich super *lach*

    Vielen Dank für diesen Artikel – das macht Lust auf Urlaub!!!

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    1. Stefan Boos

      Liebe Astrid,

      wenn Du in einer beliebigen Region nach einem Ferienhof suchst, der zu einer bestimmten Zeit noch etwas frei hat, kannst Du in der linken Spalte die Suche verfeinern.

      Hier gibt es dann die Auswahl „Unterkunftsart / Camping am Hof“.

      So solltest Du auf jeden Fall fündig werden. Zahlreiche unserer Höfe bieten eine Campingmöglichkeit!

      Wenn nicht, einfach nochmal eine eMail an service@bauernhofurlaub.de mit Deinem Wunschtermin und der gewünschten Region – wir suchen dann gerne nach einem passenden Hof für Dich!

      LG
      Stefan

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