Altmark

Tangermünder Elbpanorama
Tangermünder Elbpanorama

Wer die Altmark erreicht, dem scheint der Himmel höher zu werden. Weltliche und sakrale Bauwerke bezeugen die Blüte ihrer reichen und wehrhaften Handelsstädte zwischen dem 12. und dem 15. Jh. Gardelegen, Stendal, Salzwedel, Osterburg, Werben, Havelberg, Seehausen und Tangermünde gehörten einst zum mächtigen Bund der Hanse, sie bildeten 1322 den "Altmärkischen Städtebund" und konnten es sich leisten, prachtvolle Stadttore, Rathäuser und Kirchen zu errichten. Mit dem Niedergang der Hanse und den Wirren des 30jährigen Krieges bricht diese Entwicklung ab. Ihr Wald- und Wasserreichtum machen die Altmark ideal für Aktivurlauber, die Wandern, Radfahren und Reiten lieben. Backsteine sind ein haltbares Baumaterial, das dem Zahn der Zeit trotzt. Dieser Eigenschaft ist es zu verdanken, dass die Beschreibung Theodor Fontanes in seinen "Gedanken über die Altmark" noch heute Gültigkeit besitzt: "Auch jetzt verleugnen die altmärkischen Städte ihre frühere Bedeutung keineswegs,  man merkt einfach nur, dass Rock und Mann zur gleichen Zeit heruntergekommen sind und dass beide einst stattlicher drein sahen."

Der Urlauber, der heute in die Altmark kommt, sieht, dass dieser Rock an allen Ecken und Enden erneuert wird. Und wenn die Funktion als Drehscheibe des Handels auch der Vergangenheit angehört, so steht das Tor zur weiten Welt künftig über den Bahnhof Stendal an der Hochgeschwindigkeitsachse von London über Paris, Köln, Berlin, Warschau bis hin nach Moskau offen. Weniger schnell, aber reich an Eindrücken gestaltet sich der Weg von Walbeck in den Naturpark des Drömling. Dieses ehemalige Niederungsmoor, das erst im 18. Jh. von Friedrich II. von Preußen entwässert wurde, sichert über lange Zeiten den Menschen am südwestlichen Rand der Altmark den Lebensraum. Heute erinnert wenig in dieser von Kanälen durchzogenen Weidelandschaft an die Zeit, als der Sumpf zwei schwedischen Regimentern, die von Bauern dorthin gelockt wurden, zur tödlichen Falle wurde. Über die den Naturpark querende Bundesstraße wird Gardelegen im Zentrum der Altmark erreicht. Diese Gründung aus dem 12. Jh. erwarbt sich schnell einen Ruf als Brauereistadt, exportierte bereits im Mittelalter Bier nach England und Skandinavien. Kirchen, Bürgerhäuser und der dreieckige Marktplatz mit dem freistehenden Rathaus belegen diesen Reichtum noch heute. Wenige Kilometer entfernt findet sich Kalbe mit der im Durchmesser nahezu 360 Meter großen Wallanlage als eine der größten Niederungsburgen der Altmark.

Der Weg nach Salzwedel führt heute über die Bundesstraße 71, an der mit den Dorfkirchen von Wiepke und Engersen zwei weitere Höhepunkte auf der Straße der Romanik liegen. Abweichend vom direkten Weg führt die romanische Route über Rohrberg und Diesdorf, ein empfehlenswerter Abstecher, der sich lohnt. Das gilt nicht nur für die Rohrberger Dorfkirche sondern auch für das naheliegende Erholungsgebiet am Ahlumer See, den dendrologischen Park (Dendrologie: Lehre von Bäumen und Gehölzen) von Beetzendorf mit seinem wertvollen Baumbestand und einer Burgruine. Hünengräber finden sich in Stockheim, im Umkreis zudem eine Reihe sehenswerter Feldsteinkirchen aus der Romanik. Insgesamt kann man mehr als 400 romanischen Dorfkirchen in der Altmark aufzählen.

Ein ganz besonderes kulturelles Angebot macht Diesdorf. Das im 12. Jh. gegründete Augustinerkloster, anfangs im Dienste der Heidenmission und gegen Ende des Mittelalters reichstes Stift der Altmark, ist zwar weitgehend abgerissen; mit der großen dreischiffigen Backsteinbasilika blieb aber der erste umfassend gewölbte Bau der Altmark (Kreuzgratgewölbe) erhalten. Der klaren Architektur entspricht auch die wertvolle Ausstattung der Kirche.

Ganz der bäuerlichen Kultur der Altmärker gewidmet ist das Freilichtmuseum Diesdorf mit seinen in Form der niederdeutschen Hallenhäuser errichteten Bauernhäusern. Hier erhält man einen eindrucksvollen Einblick in die Bautechniken des 17. bis 19. Jh., bekommt u. a. eine Dorfschmiede, eine Windmühle und eine Bäckerei zu sehen. Im Bauerngarten werden seltene altmärkische Kräuter-, Gemüse- und Getreidesorten angebaut, wie z. B. der bis zu zwei Meter hohe Braunkohl. Zu besonderen Anlässen werden hier alte Techniken vorgeführt.

Salzwedel, die Perle der Altmark, nennt sich seit einigen Jahren offiziell "Hansestadt Salzwedel". Das mag für all jene ein wenig merkwürdig anmuten, die sich unter eine Hansestadt immer eine Großstadt an der Küste mit einem "H" im Autokennzeichen vorgestellt haben. Nichts desto trotz handelt es sich um ein ehemaliges Mitglied der Hanse. Das wird kaum verwundern, denn der Name verrät dem aufmerksamen Leser ja schon, dass hier einmal Salz gewonnen wurde. In dieser Zeit wurde die Stadt reich und dementsprechend gibt es in Salzwedel noch viele architektonische Überbleibsel aus der Blütezeit der Stadt, dem Mittelalter, zu besichtigen.

Tangermünde ist eine Kleinstadt an der Elbe etwas nördlich der Linie Berlin - Hannover. Sehenswert ist sie aufgrund ihrer norddeutschen Backsteingotik, die in dieser Stadt ausdrucksvoll zur Geltung kommt. Beispielsweise bietet sich ein Besuch des alten Rathauses an, in dem sich eine kleine Ausstellung zur Backsteingotik befindet. Umrahmt wird das ganze von der eindrucksvollen Flusslandschaft der Elbe. Wer will schon eine Stadt auslassen, die im Mittelalter beinahe einmal Pfalz geworden wäre, so etwas wie eine Art deutsche Hauptstadt?

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Tourist-Information

Tourismusverband Altmark e.V.
Marktstraße 13
39590 Tangermünde
Telefon: 039322-3460
Telefax: 039322-43233

E-Mail: tv@altmarktourismus.de
Homepage: www.altmarktourismus.de

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