Mittleres Schleswig-Holstein

Kieler Hafen
Kieler Hafen

Schleswig-Holstein sei wie ein Schwein, an den Flanken fett und auf dem Rücken mager, hat der Schriftsteller Klaus Harms einmal geschrieben, und das deckt sich mit den Ausspruch eines Dithmarscher Bauern, der seinem Sohn die Welt mit den Worten erklärte: "Hier ist die Marsch. Die ganze Welt ist Geest, nichts als Geest". Keine Frage die "Geestkirls", die Geestbauern, hatten es mit der Landwirtschaft schwer, denn ihre Böden gaben nichts her, was die fette Marsch Jahr für Jahr abwarf. Erst mit der Einführung des Kunstdüngers kamen auch für die Geestbauern bessere Zeiten und längst wachsen auf dem Rücken Schleswig-Holsteins Getreide, Raps und Rüben. Ein Gemüse fühlt sich hier besonders wohl: Der Spargel, als "weißes Gold" gerühmt, gedeiht vorzüglich auf der Geest und kann direkt ab Hof frisch nach dem Stechen gekauft werden. Wobei die Bäuerin den Kunden die Empfehlung mit auf den Weg gibt, das eisen- und vitaminreiche Gemüse doch einmal mit Krabben statt mit Katenschinken zu probieren.

Die Geest, der durch eiszeitliche Aufschüttungen in höherer Lage entstandene sandige Mittelteil Schleswig-Holsteins, deren Name soviel wie "unfruchtbar, trocken" bedeutet, ist eine Landschaft, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Doch bald stellt man fest, welcher Zauber von dieser "Sandwüste" ausgeht. Ein Weg z. B., von Birken gesäumt, ein paar Zaunpfähle und ein blühender, von Weißdorn durchsetzter Knick (Hecke um Felder und Wiesen) fügen sich zu einem filigranen Bild zusammen.

Strandkörbe am Strand bei Kiel
Strandkörbe am Strand bei Kiel

In Rendsburg, um Neumünster und bei Bad Segeberg standen schon im 1. Jh. wehrhafte Burgen, die dem Schutz der Transportwege dienten. Einen Ansturm anderer Art erfuhr die Ostseeküste, an der zwischen Eckernförder Bucht und Kieler Förde schon im frühen 19. Jh. erste Badeorte wie Borby entstanden, gefolgt von Seebädern und modernen Freizeitanlagen, wie z. B. dem Ostseebad Damp.

Einen Kontrast zum Strandleben bildet Kiel, seit Ende des II. Weltkrieges Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Die weltoffene Metropole ist politisches und wirtschaftliches Zentrum des Bundeslandes. Und nicht zuletzt genießt man hier, was das Meer zu bieten hat - vor allem die Kieler Woche genannte internationale Segelregatta. In Ostholstein wiederum, etwa auf der Halbinsel Schwansen oder im Dänischen Wohld, sind die meisten der knapp 150 noch bestehenden Herrenhäuser des Landes zu finden, deren Anfänge mitunter bis auf das 12./13. Jh. zurückreichen. Viele sind in Privatbesitz, öffnen aber während des Schleswig-Holstein-Musikfestivals ihre Tore für Konzertabende.

Schon die mittelalterlichen Reinholdsburg lag strategisch günstig am Kreuzungspunkt des nordsüdlichen Heer- und Ochsenweges mit der Ost-West-Passage auf der Eider. Die um sie entstandene Siedlung erhielt in der Mitte des 13. Jh. lübisches Stadtrecht, litt aber immer wieder unter Überfällen von Deutschen, Schweden und Dänen. Letztere errichteten im 16. Jh. Neuwerk, eine mächtige Festung im Süden der Altstadt von Rendsburg, und schufen damit, die damals zweitwichtigste dänische Trutzburg nach Kopenhagen.

Den größten Teil des durch die Städte Kiel, Rendsburg und Neumünster markierten Dreiecks nimmt der 260 qkm große Naturpark Westensee ein. Ausgedehnte Mischwälder überziehen das durch Gletschermoränen der letzten Eiszeit entstandene hügelige Gebiet, das von zahlreichen Seen geprägt wird. Mit 7 qkm Fläche ist der von der Eider gespeiste Westensee im Nordosten des Landschaftsschutzgebietes der größte, südlich und westlich schließen sich kleinere Gewässer wie Warder-, Brahm-, Borgdorfer- und Pohlsee an. Ihre oft schilfbewachsenen Ufer bieten idyllische Badeplätze, ausgewiesene Bereiche sind den hier zahlreichen Vogelarten als Brutplätze vorbehalten. Die abwechslungsreiche Region, mit Feldern und Weiden, Wäldern und Mooren, wird von 250 km markierten Wanderwegen durchzogen. Besonders schön ist der Weg auf den 88 m hohen Tüteberg südlich des Dorfes Westensee. Oben trafen sich vor rund 2.000 Jahren Germanen zum Thing, also zu Beratungen und Gerichtssitzungen.

Im Naturpark liegen aber auch repräsentative Herrenhäuser. Das wohl bekannteste ist "Gut Emkendorf" zwischen Westensee und Rendsburg. Die klassizistische Anlage entstand 1789 aus einem bescheideneren Vorgängerbau als Wohnsitz des Grafen Fritz Reventlow und seiner Frau Julia. Bald entwickelte sich das Herrenhaus zu einem kulturellen Zentrum; namhafte Dichter, Denker und Staatsmänner trafen sich hier zu Gesprächen. Der eindrucksvolle Bau befindet sich nach wie vor in Privatbesitz, steht aber für Konzerte des Schleswig-Holstein-Musikfestivals zur Verfügung.

Nur wenige Kilometer westlich von Neumünster beginnt der 350 qkm umfassende Naturpark Aukrug. Die von Teichen aufgelockerte Landschaft mit Heide, Wiesen und Feldern zieht viele Urlauber an, denen an einer beschaulichen Umgebung gelegen ist. Besonders schön ist es hier, wenn im August die Erika in voller Blüte durch das Grün lichter Birkenwälder schimmert. Das Heimatmuseum "Dat ole Hus", untergebracht in einem historischen Fachhallenhaus von Aukrug-Bünzen, dokumentiert die Lebensumstände der Landbevölkerung des 18. und 19. Jh.

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Tourist-Information

Tourismus Mittelholstein e.V.
Schiffbrückenplatz 17
24768 Rendsburg
Telefon: 04331-21120
Telefax: 04331-23369

Email: info@mittel-holstein.de
Homepage: www.mittel-holstein.de

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