Einmal Bauer sein

Urlaub auf dem Bauernhof

Die meisten Menschen kaufen ihre Lebensmittel im Supermarkt. Viele wissen nicht einmal woher ihr Essen kommt. Sie haben keine Ahnung von Obst- und Gemüseanbau, Nutztierhaltung oder der Ernte. Ein Urlaub auf dem Bauernhof kann diese Wissenslücken schließen.

Auf den Ferienhöfen können die Gäste den Landwirten bei ihrer täglichen Arbeit zusehen. Wer möchte, darf auch tatkräftig mit anpacken. Einen Urlaub lang Bauer sein und im Einklang mit der Natur leben: Das sind Erfahrungen, die ein Leben lang unvergessen bleiben.

Der Tag eines Bauern beginnt schon in den ganz frühen Morgenstunden, denn da haben die Tiere schon großen Hunger und müssen gefüttert werden. Für die Kühe und Ziegen geht es jetzt in den Melkstand. Hier wird die frische Milch gewonnen. Die Kuhmilch wird meist gleich in riesige Metallkannen abgefüllt und was man nicht für den Eigenbedarf benötigt, wird an die Molkereien verkauft. Da fahren später Milchlaster vor und befördern den Inhalt der Riesenkannen in ihren großen Milchtank. So fahren sie einen Bauernhof nach dem anderen ab, um die feine Milch schnellstmöglich zu den Molkereien zu transportieren. Wenn die Tiere gefüttert und versorgt sind, dann kommen die Ställe dran, die man jetzt von ihrem Unrat befreit und in die sogleich neue Heuauflagen oder andere Einstreumittel verbracht werden müssen. In den wärmeren Monaten werden die Tiere auf die Weiden und Koppeln hinaus getrieben, damit sie sich dort von den sattgrünen Wiesenkräutern ernähren. In dieser Zeit sparen die Bauern das Tierfutter, denn dann sorgt Mutter Erde für ein pralles Nahrungsangebot in freier Natur. Erst jetzt, wenn die Tiere betreut wurden, können sich die Bauersleute kurz ausruhen und sich selbst ein Frühstück genehmigen. Später streut man noch den Hühnern, um sie von ihren Nestern wegzulocken, Körnerfutter auf den Hof. In dieser Zeit geht die Bäuerin schnell in den Hühnerstall, um dort die leckeren Eier für den Frühstückstisch zu holen.

Im Frühjahr werden die meisten Jungtiere geboren, auch damit haben die Bauern alle Hände voll zu tun und besonders für die Feriengastkinder ist es immer ein ganz besonderes Erlebnis hautnah mit dabei zu sein, wenn ein Kälbchen, Ferkel, Fohlen oder Lämmchen zur Welt kommt. Manche Jungtiere sind zu schwach und können sich bei ihren Geschwistern mit der Nahrungsaufnahme nicht durchsetzen, dann müssen sie mit der Flasche von Hand aufgezogen werden. In den Gärten und auf dem Feld werden jetzt Blumen gesät, Obst, Gemüse, Kräuter und Korn angebaut. Das muss gegossen, gedüngt, gespritzt und überwacht werden. Im Sommer und im Herbst ist dann die Zeit der Ernte und auch das Heu als Tierfutter für den Winter muss jetzt eingefahren werden. Sobald etwas geerntet wird, muss es meist sofort verarbeitet werden. Es wird eingefroren, eingelegt, eingekocht oder eingelagert. Diese selbst gemachten hofeigenen Produkte kann man natürlich auch als Feriengast genießen und als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen käuflich erwerben.

Die Urlaubsbauernhöfe haben meist das ganze Jahr über Feriengäste. Deshalb werden die Ferienwohnungen, Gästezimmer und Ferienhäuser regelmäßig gereinigt und gepflegt. Die Vermieter müssen, bevor die Gäste anreisen, die Betten überziehen, Wäsche waschen, den Kühlschrank befüllen und frische Blumen auf den Tisch stellen. Meist hat die Bauernfamilie selbst Kinder, die natürlich auch versorgt sein wollen, erzogen und zur Schule gebracht werden müssen. So ist deren Alltag von sehr viel Arbeit am und rund um den Hof geprägt , von der Versorgung der Tiere, dem Umsorgen der Feriengäste und dem Anbau von Lebensmitteln. Dann finden auch noch oft Veranstaltungen wie zum Beispiel Bastelnachmittage statt. In der großen Bauernküche wird immer gewerkelt und gekocht, das Bauernbrot wird noch im Steinofen selbst gebacken. Viele buttern und machen ihre Wurst- und Käsespezialitäten noch selbst. Des Öfteren werden auch Kräuterwanderungen, Traktorfahrten, Bauernhofolympiaden, Kutschfahrten und Ausritte mit den hofeigenen Pferden organisiert. Zum Abschluss eines gelungenen Bauernhoftages sitzen dann alle gemütlich beim Lagerfeuer mit Stockbrot und Grillgut zusammen.

Wer einen Tag oder einen Urlaub lang Bauer spielen möchte, der kann das auf vielen Ferienhöfen tun, denn die Mitarbeit und Mithilfe auf dem Hof und bei der Stallarbeit, bei der Fütterung und Pflege der Tiere, bei der Einbringung der Ernte und des Heus, sowie bei der Verarbeitung der Nahrungsmittel wird immer gerne gesehen. Man lernt das Melken einer Kuh oder Ziege, das Striegeln von Pferden, das Ausmisten von Ställen, das Aufstellen eines Weidezauns, das Holen der Hühnereier direkt aus den Nestern, das Holzmachen für den Winter und vieles mehr. Die Feriengäste  genießen das pure Landleben, bewegen sich in freier Natur und gesunder Luft, arbeiten aktiv mit, treffen auf die unterschiedlichsten Tiere und lernen die täglichen Abläufe auf einem Bauernhof kennen.

Viele Feriengäste, die solche Erfahrungen mit den Bauern teilen durften, wissen erst jetzt zu schätzen, wie wertvoll und gewinnbringend deren Arbeit für das Allgemeinwohl ist.

 

Gerne stellen wir Ihnen passende Höfe dazu vor:

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