Dein perfekter Bauernhoftag am Winzerhof

…oder – das fängt ja schon sehr vielversprechend an!

Gerade angekommen und mit einem fruchtigen Traubensaft zur Begrüßung herzlich empfangen worden, wirst du nun zu deinem Ferienzimmer geleitet. Du bist überrascht wie gemütlich und komfortabel es eingerichtet ist. Das Sonnenlicht taucht den Raum in die schönsten Goldtöne. Aber es kommt noch besser – auf dem kleinen Tisch steht eine große Schale, prall gefüllt mit Trauben direkt aus den hofeigenen Weinhängen! Nach einem Hofrundgang und köstlichen Abendessen ziehst du dich zur Nachtruhe zurück, denn du willst deinen perfekten Bauernhoftag am Winzerhof hellwach und ausgeschlafen erleben.

08.00 Uhr – Stärkendes Frühstücks-Buffet

Gleich am frühen Morgen wirst du mit allerlei Köstlichkeiten am reichhaltigen Buffet verwöhnt. Die frisch gepflückten Trauben leuchten in grünen, roten und tiefblauen Henkeln schon von weitem aus einem geflochtenen Korb hervor. Das selbstgekochte Traubengelee schmeckt einfach nur vorzüglich auf dem knackigen Brötchen mit viel leckerer Butter. Die Gastgeberin hat als naturgesunde Vitaminbombe einen feinen Obstsalat mit Trauben, Äpfeln und Nüssen gezaubert.

10.00 Uhr – Zur Besichtigungsfahrt in die Weingärten

Weinberge vor der Weinlese
Weinberge vor der Weinlese –

Frisch gestärkt kann der perfekte Bauernhoftag beginnen!
Der Winzer eine Traktorfahrt mit Anhänger hoch hinauf in die herrlichen Weinhänge organisiert. Den Anhänger hat er mit Holzsitzbänken bestückt und drückt beim Einsteigen jedem Mitfahrer ein gemütliches Sitzkissen in die Hand. Die Steilhänge, so erklärt er unterwegs, müssen noch von Hand abgeerntet werden. In solchen Steillagen ist das maschinelle Ernten äußerst schwierig. Außerdem besteht bei einer Maschine immer die Gefahr, dass auch unreife Trauben mitgeerntet werden. Das nimmt Einfluss auf die Qualität der Weine. Das händische Ernten mit vielen fleißigen Weinlesern führt zu qualitativ hochwertigen Weinen und das ist es, was den Ruf eines Spitzen-Weingutes ausmacht, so der Winzer stolz!

Die allgemeine Weinlese beginnt alljährlich im September und dauert bis Ende Oktober an. Lediglich die Spätburgundertrauben, aus denen man den süßen Eiswein herstellt, werden erst von Dezember bis Januar geerntet. Dieser gleicht jedoch mehr einem Dessertwein oder Likör als einem herkömmlichen Wein, weiß der Fachmann zu berichten. Bei einer frühen Ernte haben die Trauben durch den geringen Alkoholgehalt eine angenehm milde Säure, was für diverse Weinsorten eine tragende Rolle spielt.

Bei einer späten Lese bildet sich ein hoher Zucker- und Alkoholgehalt sowie eine gewollte Edelfäule in den Trauben. Das ist wiederum für andere, ausgewählte Weinsorten relevant, klärt der Winzer weiter auf. Zum Schluss der Besichtigungsfahrt mit traumhaften Rundumblicken auf die umliegenden Weinregionen lässt der Winzer verlauten, das grüne und weiße Trauben schneller reifen als die roten und blauen Sorten. Was bei so einer Panoramafahrt alles zu erfahren ist, darüber tauscht du dich mit den anderen Urlaubern überrascht und angeregt plaudernd aus.

11.30 Uhr – Besichtigung der Weinkeller

Abschließend zur Fahrt in die Weingärten lädt der Winzer zu einer Besichtigung der historischen Weinkeller ein. Hier ist es ganzjährig kühl und die erlesensten Tropfen reifen über Jahre hinweg in jahrhundertealten Eichenfässern. In deckenhohen Weinregalen lagern die in Flaschen abgefüllten Weine, die zur Qualitätssteigerung regelmäßig gedreht werden müssen. Der Winzer erklärt, dass sofort nach der Weinlese die Trauben zu unterschiedlichen Weinen sowie weinhaltigen Getränken wie Sekt, Perlwein oder Tresterbränden wie Grappa verarbeitet werden. Die Pressrückstände der Trauben nennt man „Trester“ und aus diesen werden diverse Tresterbrände hergestellt. Aus den Kernen der Trauben wird hochwertiges Traubenkernöl gewonnen, pulverisiert werden sie zu wertvollem Traubenkernextraxt (OPC), der in Form von Nahrungsergänzungen im Handel ist.

Im Weinkeller erzählen die Gastgeber oft lustige Gespenstergeschichten rund um den „Weingeist“ und die Kinder spielen hinter den riesigen Weinfässern verstecken. Noch vor dem Mittagessen findet eine kleine Weinprobe für die Erwachsenen statt, während sich die kids süße Apfel- und Traubensäfte schmecken lassen.

12.30 Uhr – Mittagspause

Leckere kulinarische Spezialitäten auf dem Winzerhof
Leckere kulinarische Spezialitäten auf dem Winzerhof

Nach so vielen interessanten Informationen und Bildern ist der Hunger jetzt riesengroß. Du genießt dein herzhaftes Mittagsmahl gemeinsam mit den anderen Gästen. Danach nutzt du die freie Zeit bis zum nächsten Highlight für ein geruhsames Mittagsschläfchen.

 

 

 

14.00 Uhr – Weinlese-Fahrt mit dem Erntewagen in die Weinberge

Du hast dich bei der Gastgeberfamilie als „Weinlesehelfer für einen Nachmittag“ angemeldet und erlebst die Weinernte jetzt für ein paar Stunden hautnah! Unterwegs gibt der Winzer eine kurze Einführung, wie man die Weintrauben richtig pflückt und schneidet. Danach legt man sie vorsichtig in die Weinkörbe. Schließlich sollen möglichst wenige Trauben zerdrückt werden.

In den Weingärten angekommen schnallst du dir einen Weinlesekorb um die Hüften und machst dich mit dem Winzer und seinen Helfern an die Arbeit. Oben angekommen steht schon ein Traktor mit Anhänger bereit, in den später die vollen Körbe geleert werden. Und los geht´s! Auch die nette Familie, die an deinem Tisch im Speiseraum sitzt, ist mit von der Partie. Da ihr euch prächtig versteht, kann es ja nur lustig werden! Während der Weinlese ist das Naschen der vollreifen Trauben unbegrenzt erlaubt und das lasst ihr euch natürlich nicht zweimal sagen!

17.00 Uhr – Spaziergang auf einem Weinwanderweg

Gemeinsam mit einer Gästefamilie aus Norddeutschland beschließt du nach ein paar Stunden Pflückarbeit in den steilen Weinhängen noch ein wenig zu relaxen. Der Winzer erwähnte, dass es einen aussichtsreichen Weinwanderweg gibt, der direkt an den Weingärten vorbeiführt. Dort folgst du den Spuren deines Lieblingsweines und genießt mit den anderen traumhaft schöne Panoramablicke. Gegen 18.00 Uhr treffen sich die Helfer am vollbeladenen Erntewagen, der Feierabend ist eingeläutet und alle fahren gemeinsam zurück zum Weingut.

19.00 Uhr – Einladung in die hofeigene Weinschänke

Fleißige Erntehelfer sollen auch zünftig Brotzeit machen, dafür hat in der Zwischenzeit die Gastgeberin gesorgt. Sie hat köstlichen Zwiebelkuchen mit duftendem Bauernspeck gebacken, dazu reicht sie neuen Wein. Die Kinder bekommen eine Vesperplatte mit Wurst, Käse und selbstgebackenem Bauernbrot sowie leckere Fruchtsäfte serviert. Die Winzerin lässt es sich nicht nehmen, ihren freiwilligen Helfern ein kleines Geschenk zu überreichen. Alle Erwachsenen erhalten selbstgemachte Marmelade mit einem Schuss Riesling. Die Kinder freuen sich riesig über die leckeren mit Schokolade überzogenen Rosinen, die die Gastgeberin den Kleinen in bunten Geschenktütchen verpackt, überreicht.

Mehr Infos zum Urlaub auf dem Winzerhof

Ein Bauernhof-Erlebnis der besonderen Art ist der Urlaub auf einem Winzerhof. Sie liegen nahezu immer an sonnenverwöhnten Hängen, in Gegenden mit gemäßigten Wetterlagen und mildem Klima, damit eine reiche Traubenernte gelingt. Die historischen Weingüter sind häufig seit Generationen in einer Hand, manchmal auch seit langer Zeit in klösterlichem oder adeligem Besitz. Die Erfahrungswerte, die hier über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinweg gesammelt werden konnten, sind unglaublich wertvoll, um erlesene Weine herstellen zu können.

Es ist eine äußerst spannende Wissenschaft für sich Reben anzubauen, sie vor Frost, Stürmen, Hagel, sintflutartigem Regen und vor Schädlingen zu schützen. Es bedarf der langjährigen Erfahrung eines Winzers, exakt vorauszusagen, wann die beste Zeit für die Weinlese gekommen ist. Er muss das Wetter genau beobachten, um im Laufe der Zeit ein treffsicheres Gespür für den höchsten Stand des Reifegrades der Trauben zu entwickeln. Der eine oder andere Kniff wird außerdem als Erfolgsgarant von Generation zu Generation innerhalb der Winzerfamilien weitergegeben.