Dein perfekter Bauernhoftag auf dem Imkerhof im Frühling

Da du auf goldgelben Honig in all seinen Variationen stehst und davon gar nicht genug bekommen kannst, ist die Wahl deines diesjährigen Urlaubsdomizils zur Frühlingszeit auf einen Imkerhof mit Hofladen gefallen. Gesagt getan, beziehungsweise gebucht und Mitte April angereist, bist du schon ganz aufgeregt, was dich hier wohl so alles erwarten wird.

Nach einer angenehm verbrachten Nacht in der hübschen kleinen Ferienwohnung mit dem passenden Namen „Honeybee“, freust du dich jetzt aufs Frühstück. Es gibt neben vielem anderen auch backfrische Brötchen, leckere Hofbutter und natürlich dein geliebtes Honiggold. Als die Gastgeberin den dampfenden Kaffee aufträgt erzählt sie beiläufig, dass der Imker am heutigen Abend die Bienenstöcke umsetzen wird. Das erregt natürlich sogleich deine Aufmerksamkeit und du beschließt in jedem Fall dabei zuzusehen.

10.00 Uhr – Besuch des Hofladens

Was für ein honigsüßes Eldorado mit interessanten Imkereiprodukten! Honig in allen Sorten, in flüssiger oder cremiger Form, die dargebotene Vielfalt reicht vom Lindenblütenhonig, über Akazien-, Wald- und Tannenhonig, bis hin zum weißlichen Rapshonig. Da finden sich weiterhin Honige veredelt mit Lavendelblüten, Ingwer, Minze, Rosmarin, Thymian und kostbaren Rosenblüten, das lässt dich wahrlich verzückt innehalten.

Leckerer goldfarbener Honig
Leckerer goldfarbener Honig

Aber das ist noch lange nicht alles! Denn du findest nach und nach Honigbonbons, Wachskerzen, Lippenpflegestifte mit Bienenwachs, Honigseifen, kleine Wachsfiguren in Tierform, heilfördernde Honigtinkturen und sogar hausgemachten Honigwein in den prall gefüllten Regalen vor.

Gerade bemerkst du eine andere junge Frau, die in einem aufgeschlagenen Buch liest, bis du sie freudig ausrufen hörst: „Oh ja, ich hab´s“! Es drängt dich zu ihr hinüber und du fragst sie freundlich und offen, was sie denn Tolles entdeckt hat. Sie klärt dich auf, dass sie schon lange für ihre Hautirritationen an Händen und Unterarmen nach einer natürlichen Lösung sucht. Sie hätte soeben in diesem Buch ein Rezept entdeckt, wie man eine Propolissalbe einfach und selbst herstellen kann. Diese Salbe soll insbesondere für entzündliche Hautstellen helfende Dienste leisten. Das findest du ebenfalls sehr spannend. Ihr beschließt gemeinsam, nicht nur das Büchlein, sondern euch dort auch sämtliche Zutaten für die Salbe zu kaufen.

Ihr stöbert noch eine ganze Weile zusammen im breit gefächerten Angebot des Hofladens. Dann zieht ihr euch vor dem Mittagessen jeder für sich noch kurz ins eigene Feriendomizil zurück.

13.30 Uhr – Gemeinsames Herstellen einer Propolis-Salbe

Bienen auf der Bienenwabe
Bienen auf der Bienenwabe

Auf dem Hof gibt es einen Aufenthaltsraum für Gäste, in dem sich auch eine Gästeküche befindet. Während des Mittagessens habt ihr bei der Imkerbäuerin nachgefragt, ob ihr diese für die Herstellung der Salbe nutzen dürft. Sie bejahte dies. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung, was ihr dafür benötigt. Kurzerhand eilt sie zurück in ihre Bauernküche und kommt mit einer grammgenauen Waage zurück, die sie euch für dieses Vorhaben gerne ausleiht. Nun habt ihr euch im Aufenthaltsraum getroffen, jeder hat seine gekauften Hofladenutensilien mitgebracht. Nun kann es losgehen!

Deine neue Bekanntschaft heißt Ella und sie legt soeben einen handgeschriebenen Zettel mit dem Rezept auf die Arbeitsfläche der Küchenzeile. Ihr neues Büchlein mit dem Originalrezept hat sie wohlweislich in der Ferienwohnung gelassen, um es nicht zu verschmutzen.
Ihr seid schon ganz aufgeregt, ob und wie euch die Salbe wohl gelingen mag, ob sie überhaupt fest und streichfähig wird. Darüber unterhaltet ihr euch freudig angeregt und bereitet nebenher alles vor.

Beim zu verwendenden Pflanzenöl habt ihr euch für ein Bio-Kokosöl entschieden. Dieses war ebenso wie zwei leere, dunkelbraun gefärbte kleine Schraubdeckelgläser im Hofladen zu finden. Jetzt erwärmt ihr in einem hitzebeständigen Glas im Wasserbad stehend, sowohl das Bienenwachs als auch das Kokosöl. Die Flüssigkeit daft dabei auf keinen Fall kochen.

Nachdem alles ein wenig abgekühlt ist, dickt die Flüssigkeit von selbst ein. Das weißt auf den passenden Zeitpunkt hin, um jetzt langsam den Honig einzurühren. Zuletzt fügt ihr die Propolis Tinktur und einen Spritzer ätherisches Minzöl hinzu. Alles nochmal gut umrühren und dann füllt jeder für sich die dickflüssige Masse in sein Schraubdeckelglas. Ihr blickt euch schmunzelnd und erwartungsfroh an.

Das Ganze muss jetzt abkühlen und aushärten. Ihr könnt es kaum erwarten und seid schon sehr auf das Ergebnis gespannt. Gemeinsam bringt ihr die Gästeküche wieder in Ordnung und beschließt auf eine Tasse Kaffee in den nahegelegen Ort zu fahren. Denn die habt ihr euch zusammen mit einem leckeren Stück Kuchen jetzt redlich verdient!

18.00 Uhr – Brotzeit – oder weil´s zu zweit einfach mehr Spaß macht!

Im Speisesaal des Imkerhofes habt ihr euch jetzt an einen Tisch zusammengesetzt, denn inzwischen habt ihr euch unglaublich viel zu erzählen. Der Nachmittag im kleinen Nachbarort war kurzweilig. Ihr habt nicht nur Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, ihr seid bei strahlender Aprilsonne noch gemeinsam bummeln gegangen. Bei der Bäuerin fragt ihr während des Abendessens die genaue Uhrzeit an, wann es mit dem Versetzen des Bienenvolkes losgehen soll. Ella hat sich kurzfristig entschlossen ebenfalls mit dabei zu sein.

19.15 Uhr – Ein neuer Sonnenplatz für die fleißigen Bienchen

Ein Sonnenplatz für die fleißigen Bienen
Die fleißigen Bienen am Bienenkasten

Da der Wetterbericht für den heutigen Tag und Abend Schönwetter vorausgesagt hat, sieht der Imker den passenden Zeitpunkt gekommen, um sein Bienenvolk an einen neuen Standort zu versetzen. Sie sollen dort frischen und andersartigen Blütennektar verschiedener Blumen sammeln können. Nach Beendigung des Einfluges der Bienen schließt der Bauer die Bienenkästen und verbringt sie in eurem Beisein an ihren neuen Platz.

Er erklärt dabei ausführlich, was jetzt noch zu tun ist, damit das Bienenvolk am nächsten Morgen beim Ausschwärmen nicht wieder unverrichteter Dinge zum alten Standort zurückfliegt. Denn hierzu weiß er ein paar tolle Tricks! Er erklärt euch, dass er beim Umsetzen des Bienenvolkes in kurzer Distanz, die innerhalb eines Radius von sechs Kilometern liegt, ein paar Vorsichtsmaßnahmen tätigen muss. Beispielsweise, dass er den bisherigen Standort sofort leerräumen muss. Es darf kein Bienenkasten, honigbefleckte Waben oder sonstiges Zubehör mehr dort zu finden sein. Die Bienen würden andernfalls dorthin zurückkehren, da sie vom Geruch angelockt würden.

Am nächsten Morgen, wenn die Bienenkästen an ihrem neuen, sonnenverwöhnten Standort geöffnet werden und der Ausflug beginnt, stellt man ihnen als Anreizfütterung einen viertel Liter mit warmer Zucker-Honiglösung direkt vor die Ein- und Ausfluglöcher. Der süße Duft lockt die Bienen in Massen aus den Bienenstöcken. Sie laben sich daran und sind auf diese Weise gewillt, die neue Umgebung sofort anzunehmen und zu erkunden, denn hier scheint es Futter in rauen Mengen zu geben! Der Drang verblasst, an den alten Stockplatz zurückzufliegen, so der Imker abschließend.

Das hättet Ihr wahrlich nicht gedacht, dass die Bienenhaltung und Bienenzucht so eine hohe Kunst ist. So viel Wissen und langjährige Erfahrung wird hier vorausgesetzt und man muss vor allem stets aus Sicht einer kleinen Honigbiene denken und handeln.

Ihr habt ihm beeindruckt und fasziniert zugehört und beschließt, euren perfekten Bauernhoftag auf dem Imkerhof bei einem kleinen Absacker im Aufenthaltsraum ausklingen zu lassen. Was könnte da passender sein, als ein kleines Gläschen des milden und hofeigenen Honigweins. Ihr prostet euch gut gelaunt zu und bekräftigt einstimmig, dass dies ganz sicher nicht euer letztes Treffen sein wird!

Du kannst dir eine dauerhafte Freundschaft mit Ella durchaus vorstellen. Sie liegt voll und ganz auf deiner Wellenlänge und eure Anschriften und Telefonnummern habt ihr bereits ausgetauscht!