So schön ist Bauernhofurlaub

Allgemeines und Wissenswertes über

Arbeiten gegen Kost und LOgis auf einem Bauernhof

Wer auf dem Bauernhof nicht nur Urlaub machen, sondern auch richtig mithelfen möchte, für den gibt es einige tolle Angebote, um auf Höfen in der ganzen Welt mitzuarbeiten. Eine Möglichkeit ist das WWOOFing, bei dem das Lernen über Nachhaltigkeit und ökologischer Landwirtschaft im Vordergrund steht. Um dies zu erleichtern, sind im WWOOFing-Netzwerk ausschließlich Bio-Bauernhöfe zu finden, die sich freuen ihr Wissen an motivierte Reisende und Interessierte weiterzugeben. 

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Was ist WWOOF?

WWOOF steht für "Worldwide Opportunities on Organic Farms", auf Deutsch bedeutet das "Weltweite Möglichkeiten auf Bio-Bauernhöfen". Es handelt sich hier um eine weltweite Bewegung, die die sogenannten WWOOFers – die Personen, die auf den Bauernhöfen arbeiten möchten – mit den Gastgebern in Kontakt bringt. Das Netzwerk bemüht sich darum, einen kulturellen und lehrreichen Austausch zu ermöglichen und versucht das Bewusstsein für ökologische Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zu steigern. Als WWOOFer ist man in die täglichen Abläufe eines Bauernhofs eingebunden und arbeitet meist halbtags mit. 

Idee und Ziel des Netzwerks

Das WWOOFing-Projekt wurde 1971 von Sue Coppard, einer Sekretärin aus London, ins Leben gerufen. Heute sind etwa 12 000 Bauernhöfe, darunter ca. 500 deutsche Höfe, 100 000 WWOOFer und über 130 Länder Teil des Netzwerkes. Die jeweiligen Organisationen der einzelnen Länder sind im Verband FoWO - der "Federation of WWOOF Organisations" – gesammelt.

Die Idee von WWOOF ist es, Austausche im Bereich des nachhaltigen Lebens und der ökologischen Landwirtschaft zu erleichtern. Durch das gemeinsame Arbeiten an Projekten entstehen Freundschaften und neue Moralvorstellungen. WWOOF hilft den Gastgebern dabei motivierte Menschen zu finden, die sich für ihre Arbeit interessieren und diese bieten den WWOOFern, im Gegenzug, die Möglichkeit ihr Wissen zu erweitern. Das Ziel ist es demnach, den WWOOFern praktisches Wissen bei den Themen Landwirtschaft und Gartenbau nahe zu bringen. Die Hoffnung ist außerdem, dass man es dadurch schafft, dass sich die Idee der Bio-Landwirtschaft und Nachhaltigkeitsbewegung weiter verbreitet und sich an noch mehr Unterstützung erfreut. Sie wollen ökologische Methoden als gute Alternativen darstellen und eine ökologische Landwirtschaft und die gegenseitige Unterstützung von Menschen und Kulturen fördern.

Die Realität sollte man jedoch nicht vergessen, denn es handelt sich bei einem WWOOFing-Aufenthalt nicht um einen einfachen Entspannungsurlaub. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und herausfordernd. Außerdem kann es vor allem in abgelegenen Gegenden vorkommen, dass es nur kurzzeitig Strom auf einem Hof gibt und man mit dem warmen Wasser haushalten muss. Doch durch den Kontakt mit anderen Menschen und Kulturen kann man viel voneinander lernen und jeder bringt seine eigenen Fähigkeiten mit ein. Die einen betätigen sich so zum Beispiel handwerklich oder künstlerisch und oft gibt es auch die Möglichkeit sich im Sprachunterricht mit einer neuen Sprache vertraut zu machen. 

Anmeldung und Ablauf eines WWOOFing-Erlebnisses

Um am WWOOFing-Programm teilzunehmen, wählt man zunächst das Land aus, in dem man gerne arbeiten möchte. Dann schaut man sich die verschiedenen Höfe und Gastgeber an und entscheidet sich für denjenigen, zu dem man selbst am besten passt. Um Kontakt aufnehmen zu können, muss man sich nun ein Profil und einen Mitgliedsausweis auf der Homepage des jeweiligen Reiselands erstellen und dann kann der Host angeschrieben werden. Wenn dieser Schritt erledigt ist, einigt man sich mit dem Gastgeber auf das Datum und die genauen Umstände des Austausches. Man sollte sich hier nach den täglichen Arbeitsstunden, dem Tagesablauf, der Arbeitsform, der Unterkunft und der Verpflegung erkundigen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Wenn man diese Schritte erledigt hat, kann das Abenteuer auch schon beginnen.

Es wird empfohlen mindestens einen Monat vor der Reise mit der Planung zu beginnen - wenn man im Sommer unterwegs sein möchte ist es ratsam, schon drei Monate im Voraus zu beginnen, da hier besonders viele WWOOFer unterwegs sind. Das Minimum für einen WWOOFing-Aufenthalt sind meist zwei Tage. Für die Gastgeber ist es aber eine Freude, wenn man eine ganze Woche auf ihrem Hof mithilft. Es ist oft auch möglich den eigenen Aufenthalt zu verlängern, wenn man noch nicht weiterziehen möchte. 

Es ist von Vorteil gute Englischkenntnisse vorzuweisen, wenn man plant, sich länger im Ausland aufzuhalten. Es kann auch hilfreich sein, den Grundwortschatz der jeweiligen Landessprache ein wenig zu beherrschen, da dies oft die Zusammenarbeit und das Zusammenleben vereinfacht. Doch die Sprachkenntnisse werden sich während des Aufenthalts mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verbessern. 

Mitgliedsbeitrag und Reisekosten

Für ein WWOOFing-Erlebnis muss man zunächst eine WWOOFer-Mitgliedschaft abgeschlossen haben. Der Jahresbeitrag hängt hier vom Reiseziel ab, also vom Land, in dem man als WWOOFer arbeiten möchte. Die Beiträge liegen zwischen 10 und 40 Euro pro Jahr, wobei hier die jeweilige Landeswährung beachtet werden muss. 

Für WWOOFer, die zu zweit unterwegs sein wollen, gibt es die Möglichkeit eine Partner-Mitgliedschaft abzuschließen. Diese eignet sich für Paare, Freunde oder auch Eltern und der Preis liegt hier zwischen 15 und 60 Euro. Man teilt sich dabei einen Account und hat ein Profil, auf dem beide Namen erscheinen. Es ist dennoch möglich, zu verschiedenen Zeiten im Jahr, alleine zu verreisen. Die Partner-Mitgliedschaft ist aus rechtlichen Gründen nicht in allen Mitgliedsländern möglich, das heißt, dass eventuell zwei Einzelmitgliedschaften nötig sind. 

Für die Mithilfe auf einem Bauernhof wird man nicht bezahlt. Man bekommt, im Gegenzug, jedoch ein kostenfreies Zimmer und Verpflegung zur Verfügung gestellt. Kosten entstehen aber trotzdem. So zahlt man für die An- und Abreise und auch für die eigenen Freizeitaktivitäten außerhalb der Bauernhofarbeit. Dies muss im Voraus beachtet werden, damit die Erfahrung den Ansprüchen gerecht werden kann.

Das muss vor der Abreise beachtet werden

Um beim WWOOFing teilnehmen zu können, muss man in den meisten Ländern mindestens 18 Jahre alt sein, manchmal geht es auch schon ab 16 Jahren. Eine Grenze nach oben gibt es im Normalfall nicht. In Neuseeland darf man jedoch höchstens 30 Jahre alt sein, da man hier ein Working-Holiday-Visum benötigt, auf das man mit über 30 keinen Anspruch mehr hat. Es wird empfohlen sich zuerst um ein Visum zu kümmern und erst danach eine Mitgliedschaft abzuschließen und den Kontakt zum gewünschten Gastgeber aufzunehmen. 

Eine Auslandskrankenversicherung muss unbedingt abgeschlossen werden und um eine Haftpflichtversicherung sollte man sich ebenfalls kümmern. Innerhalb der EU ist das WWOOFing deshalb etwas unkomplizierter, da die eigene Krankenversicherung auch in diesen Ländern greift. Eine einfache Mitgliedschaft bei einer WWOOF-Organisation beinhaltet nämlich keinen Versicherungsschutz. Zusätzlich sollte man sich vor der Abreise über nötige und empfohlene Impfungen informieren und diese gegebenenfalls nachholen. 

Packliste: Das sollte man dabei haben

Beim Packen des eigenen Rucksacks sollte das jeweilige Land und die dort vorherrschenden Temperaturen beachtet werden. Es gibt jedoch einige Must-haves, die für das Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof dabei sein sollten. 

  • Arbeitskleidung
  • Regenkleidung
  • gutes, festes Schuhwerk
  • Taschenlampe
  • Batterien
  • Schlafsack
  • Insektenspray
  • Sonnencreme, Sonnenbrille und Hut
  • Reiseapotheke
  • Wasserflasche

Große Varietät an Bauernhöfen und anfallenden Aufgaben

Im WWOOFing-Netzwerk sind tausende verschiedene Höfe und Hofarten zu finden. So kann man beispielsweise ein Pferdeprojekt in Costa Rica machen, Regenwasser in Indien sammeln und aufbereiten, eine Unterkunft auf einem Gipfel in Ecuador bauen oder auf einer Farm in Uganda helfen und vor Ort ein Naturschutzprojekt unterstützen. Die Auswahl ist also riesig und kann einen in viele verschiedene Länder bringen. Zu den Aufgaben gehört oft die Hilfe bei der Ernte, die Versorgung der Tiere und Pflanzen oder kleinere Reparaturarbeiten am Hof. Einige der beliebtesten Ziele für WWOOFer sind Australien, Neuseeland, Nord- und Südamerika und Frankreich. 

WWOOFing mit Hund oder Kind

Auf einigen Bio-Bauernhöfen ist es möglich seinen Hund oder auch sein Kind mitzunehmen. Vor der Abreise sollte dies aber unbedingt mit dem Gastgeber besprochen werden.

Bei der Reise mit einem Vierbeiner sollte jedes mal abgeklärt werden, welche Ausstattung der Hof vor Ort hat, um nur die nötigsten Dinge mit in den Rucksack zu packen. Außerdem sollte auch der Hund versichert und mit anderen Tieren kompatibel sein, um Konflikte vor Ort zu vermeiden.

Die Reise mit Kind ist in einigen Fällen ebenfalls möglich. Kinder müssen nicht auf der WWOOF-Seite des jeweiligen Landes registriert sein, da sie ja noch keine 18 Jahre alt sind. Man muss sich jedoch auch hier erkundigen, welche Ausstattung der Bauernhof bietet und sich dringend um die passenden Versicherungen kümmern. Je nachdem, wo sich die Familie mit Kind aufhält, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Arbeit und Betreuung. Bei der einfachen Arbeit ist es möglich, dass das Kind dabei ist oder je nach Alter auch mitmachen kann, während Kleinkinder natürlich mehr Aufsicht und Betreuung benötigen. Hier ist es dann sinnvoll, sich mit dem Reisepartner bei der Betreuung und Arbeit abzuwechseln, um das Erlebnis für alle angenehm zu gestalten. Eventuell hat der Gastgeber auch eigene Kinder und man kann sich so mit der Aufsicht zusammentun, was aber natürlich vom Alter und der Kontaktfreudigkeit der Kinder abhängt. Vor der Abreise sollten sich Eltern natürlich auch Gedanken machen, wie sicher es auf der Wunschfarm für ein Kleinkind ist oder ob man sich, im Interesse aller, doch lieber für einen anderen Hof entscheiden sollte.

Unterschied zu Programmen wie Workaway und Work and Travel

WWOOFing unterscheidet sich von den vielen anderen Netzwerken darin, dass man hier nur auf Bio-Bauernhöfen arbeitet und der Aspekt der Nachhaltigkeit und dem Steigern des Umweltbewusstseins im Vordergrund steht. So kann man bei Workaway oder auch Modellen wie Work and Travel zwischen vielen unterschiedliche Projekten entscheiden und arbeitet nicht unbedingt auf einer Farm. 

Besonders beliebt am WWOOFing ist die Flexibilität. Man kann oft auch spontan auf Höfen anfragen, wenn man sich bereits im Land und in der Nähe befindet und kann seinen Aufenthalt oftmals auch problemlos verlängern, da sich die Bauernhöfe über die Mithilfe freuen.

 

Fazit
Mit WWOOFing kann man mit niedrigem Kostenaufwand vieles über Nachhaltigkeit und ökologische Landwirtschaft lernen. Wenn man WWOOFer im Ausland ist, sammelt man zusätzlich auch Auslandserfahrungen und verbessert bestenfalls seine Sprachkenntnisse im Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt.

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