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Wissenswertes zum Thema
Umwelt- und ressourcenbewusste Maßnahmen auf Bauernhöfen
Bauernhöfe können auf unterschiedliche Weise Ressourcen schonen und Maßnahmen für Natur und Umwelt umsetzen. Dazu gehören beispielsweise Photovoltaikanlagen, Maßnahmen zur Landschaftspflege, regionale Vermarktung oder die Nutzung hofeigener Rohstoffe. Welche Maßnahmen ein einzelner Ferienhof tatsächlich umsetzt, erfährst du im jeweiligen Hofprofil.
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Hoftafeln
Woher stammt der Begriff Nachhaltigkeit?
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wurde erstmals vom deutschen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz am kursächsischen Hof in Freiberg geprägt und öffentlich ausgesprochen. Carlowitz beschäftigte sich zu jener Zeit eingehend mit der nachhaltigen Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts. Die von ihm angeregten Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit drehten sich zunächst lediglich um die Nutzung der Wälder.
Nachhaltigkeit zeigt sich auf Höfen ganz unterschiedlich. Manche sparen Energie, andere setzen auf Kreislaufwirtschaft. Ein spannendes Beispiel ist Agroforst: Bäume und Felder auf einer Fläche. Hier geht’s zu den Agroforst-Höfen.
Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Unter „Nachhaltigkeit“ in der Land- und Forstwirtschaft ist ein Handlungsprinzip zu verstehen, welches vorschreibt, wie vorhandene Rohstoffe ökonomisch sinnvoll, Ressourcen schonend, klima- und umweltverträglich zu behandeln sind. Dem liegt das natürliche Regenerieren und Nachwachsen lassen entsprechender Ressourcen zu Grunde. Dieses Handlungsprinzip kann auf unterschiedliche Bereiche land- und forstwirtschaftlicher Betriebe angewendet werden.
Die Nachhaltigkeit verwirklicht im „Drei-Säulen-Modell“
Beim „Drei-Säulen-Modell“ dreht sich alles um die Themen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Eine nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft ist lediglich durch das zeitgleiche und gleichberechtigte Umsetzen sozialer, wirtschaftlicher und umweltgerechter Aspekte zu erzielen.
Vorhandene Ressourcen dürfen bei diesem Drei-Säulen-Modell nur in dem Maße genutzt werden, dass sie künftig auch für nachfolgende Generationen in gleicher Weise verfügbar bleiben.
Weiterhin sieht dieses Modell vor, dass überwiegend mit regionalen Handwerkern zusammengearbeitet und möglichst ausschließlich heimische Rohstoffe verwendet werden. Eine nachhaltige Entwicklung soll ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte berücksichtigen.
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Landwirtschaft und natürliche Kreisläufe im Bauernhofurlaub erleben
Landwirtschaft arbeitet unmittelbar mit natürlichen Ressourcen und Kreisläufen. Auf Ferienbauernhöfen können Gäste erleben, wie Landwirte mit Boden, Pflanzen und Tieren arbeiten. Die Landwirte beobachten und berücksichtigen seit Jahrhunderten den natürlichen Kreislauf des Lebens und richten ihr Handeln sowie sämtliche Tätigkeiten danach aus.
Auf einem Bauernhof können Gäste unmittelbar erleben, wie Landwirte mit Boden, Pflanzen, Tieren und anderen natürlichen Ressourcen arbeiten. Auf einigen Ferienhöfen erfahren Gäste, welche Maßnahmen der Betrieb in Bereichen wie Energie, Landschaftspflege oder Ressourcennutzung umsetzt.
Viele Bauernhofurlauber empfinden es als spannend und lehrreich zugleich, dass sie aktiv in das Hofleben mit eingebunden werden und dabei vieles über einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und mit der Natur lernen.
Was einzelne Landwirte zum Thema Nachhaltigkeit beitragen
Beispielsweise können Bergbauern und Bauernhöfe mit Tierhaltung ihren Beitrag zur Landschaftspflege und damit zur Verbesserung des Landschaftsbildes dadurch leisten, dass sie ihr Vieh die Almen, Wiesen und Berghänge beweiden lassen. Weiterhin wird insbesondere von Bergbauern an vielen Hang- und Steillagen von Hand und ohne großes technisches Gerät gearbeitet.
Zahlreiche Bauernhöfe tragen zum Erhalt gefährdeter Tierrassen, Pflanzenarten und Kräuter bei, indem sie genau diese Tiere und Pflanzen auf ihrem Hof halten und für Nachzucht sorgen.
Naturschutz durch Landschaftspflege
Feldhecken können Lebensräume und Rückzugsorte für Kleintiere, Vögel und Insekten bieten. Diese Hecken halten nicht nur das Wild von menschlichen Siedlungen fern, sondern bieten auch unzähligen Kleintieren, Vögeln und Insekten einen wichtigen Lebensraum. Andere Landwirte legen artenreiche Blühacker an und bieten ihren Gästen die Möglichkeit, „Blüh-Patenschaften“ zu übernehmen. Diese Blühäcker und Wildblumenwiesen haben für die Tiere denselben Effekt der artgerechten Lebensraumschaffung.
Biobetriebe halten strenge Auflagen der entsprechenden Bio-Verbände in Bezug auf Anbau, Düngung und artgerechte Tierhaltung ein. Bio-Betriebe müssen die für sie geltenden Anforderungen des ökologischen Landbaus erfüllen. Mitgliedsbetriebe von Bio-Anbauverbänden können darüber hinaus zusätzlichen Verbandsvorgaben unterliegen. Schafbauern lassen oft ihre Schafherden zusätzlich zu den üblichen Beweidungsflächen rings um Photovoltaik-Anlagen oder auf weitläufigen Heideflächen grasen, um diese Bereiche offen zu halten und vor Überwucherung zu schützen.
Waldpflege und Forstwirtschaft
Bauernhöfe mit Forstwirtschaft sorgen nicht nur für die Waldpflege, sondern auch für die Aufforstung mit jungen Bäumen, damit der Baumbestand im Gleichgewicht bleibt oder sich regeneriert. Wälder speichern große Mengen an Kohlenstoff (C) im Boden, der oberirdischen und unterirdischen Biomasse sowie im Totholz. Die Bäume entziehen hierfür der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2), den sie für den Aufbau dieser Biomasse benötigen.
Für die dafür notwendige Photosynthese brauchen sie jedoch lediglich den Kohlenstoff (C) aus dieser Verbindung und setzen den Sauerstoff (O2) wieder frei. Wälder speichern Kohlenstoff in ihrer Biomasse, im Boden und im Totholz. Wie viel Kohlenstoff gespeichert wird, hängt unter anderem von Waldtyp, Zustand und Bewirtschaftung ab.
Die Bedeutung der Imkerei für das Ökosystem
Imkerhöfe tragen zum Erhalt, der Vermehrung und dem Schutz der Bienenvölker bei. Bestäubende Insekten wie Bienen spielen für viele Wild- und Kulturpflanzen eine wichtige Rolle. Imkereien können Gästen Einblicke in die Haltung von Bienenvölkern und die Bedeutung der Bestäubung geben. Diese durch die Bienen erst funktionierenden Ökosysteme sowie die in diesen Lebensräumen vorhandenen Organismen sind für die Klimaregulierung zuständig.
Außerdem liefern sie Nahrungsmittel aber auch Heilmittel, sie sorgen für sauberes Wasser und genügend Sauerstoff, um nur ein paar der elementaren Dinge zu benennen.
Durch die Bienenbestäubung kommt es weiterhin zu einer unglaublich großen, biologischen Vielfalt, die unter anderem Nahrung für alle Tiere und schlussendlich auch wieder für den Menschen bietet. Ohne die Bestäubung durch Bienen wäre eine nachhaltige Landwirtschaft überhaupt nicht denkbar.
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Allgemeine Hofbeiträge zum Thema Nachhaltigkeit
Einige Ferienhöfe nutzen erneuerbare Energiequellen, beispielsweise Photovoltaik oder Solarthermie. Hierzu haben sich viele eine Solarthermie eingebaut, mit der sie die Sonnenenergie zur Aufbereitung von Warmwasser und für die Heizungswärme nutzen. Ebenso kommen auf einzelnen Höfen Hackschnitzelheizungen zum Einsatz, teilweise mit Holz aus eigener Forstwirtschaft.
Eigener Strom wird nicht selten mit Photovoltaikanlagen über meist großflächig auf den Hofdächern angebrachten Solarzellen erzeugt oder es wird zumindest Ökostrom bezogen. Die Abwasserreinigung wird bei manchen Bauernhöfen von einer natürlichen Schilf-Kläranlage übernommen.
Ressourcen und Materialien bei Bau und Ausstattung
Einige Höfe verwenden bei Bau oder Ausstattung Materialien wie Holz, Naturstein, Schiefer oder Reet.
Auf einzelnen Höfen wird eigenes Holz auch für die Herstellung von von wunderschönen Vollholz-Möbeln, die später die Ferienquartiere der Gäste schmücken.
Zahlreiche Bauernhofquartiere sind allergikerfreundlich ausgestattet, beispielsweise mit schadstoffarmen Textilien und Matratzen, die aus entsprechenden Materialien sind. Einige Ferienhöfe besitzen eigene Wasserquellen.
Dieses glasklare und wohlschmeckende Wasser wird den Gästen oftmals nicht nur zum Trinken angeboten, sondern auch als Brauch- und Nutzwasser. Damit wird geduscht oder gebadet, die Wäsche in der Waschmaschine gewaschen und das Geschirr gespült.
Maßnahmen bei Außenanlagen und Ausstattung
Einzelne Höfe setzen bei Außenanlagen und Kinderspielplätzen beispielsweise auf bestimmte Naturmaterialien, energiesparende Beleuchtung oder Maßnahmen zur Abfallvermeidung. Oft werden energiesparende Leuchtmittel sowie Abfalltüten aus recycelbaren Materialien verwendet, Plastik und Aluminium, wie z. B. einzeln abgepackte Lebensmittel am Frühstückstisch, sind tabu.
Regionale Produkte und Gästeservice
Sind Frühstück, Halb- oder Vollpension im Hofangebot enthalten, werden die vorhandenen selbstangebauten und selbstgemachten Hofprodukte mit angeboten und serviert. Die Angebotspalette reicht beispielsweise von selbstgebackenem Brot, frischen Eiern, fruchtigen Marmeladen, Milch, Obst und Kräutern aus dem Bauerngarten, Honig von der eigenen Imkerei, Käsespezialitäten oder hauseigenen Wurst- und Fleischwaren. Bei der Direktvermarktung werden Hofprodukte direkt am Erzeugungsort angeboten, wodurch zusätzliche Transportwege zwischen Erzeuger und Verkaufsstelle vermieden werden können.“
Auf Ferienbauernhöfen findet man zunehmend Nichtraucher-Unterkünfte und die Gäste werden sehr gerne über die höfischen Maßnahmen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz aufgeklärt. Zudem empfehlen die Gastgeber nicht selten ihren Hofgästen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und halten für sie entsprechende Gästekarten mit Vergünstigungen bereit.
Direkt beim Bauern einkaufen
Viele Höfe setzen auf Milchtankstellen und Regiomaten, um frische Lebensmittel ohne Verpackungsmüll und Zwischenhändler direkt an Gäste und Nachbarn weiterzugeben. Wer sich dafür interessiert, wie moderne Direktvermarktung auf dem Land funktioniert, findet hier inspirierende Beispiele:
Milchtankstellen und regionale Produkte
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