Spreewald

Kahnfahrt im Spreewald
Kahnfahrt im Spreewald

Der Spreewald (niedersorbisch "Blota") ist eine Fluss- und Auenlandschaft im Süden des Bundeslandes Brandenburg fast 100 km südöstlich von Berlin. Die Spree verästelt sich auf ihrem Weg nach Berlin und schuf so eine idyllisch anmutende Kleinod in der Landschaft - den Spreewald. Die Spree ist ein Fluss der Gegensätze. Dem Naturreichtum des Spreewaldes stehen die Mondlandschaften in der Lausitz und der kanalisierte Fluss in Berlin gegenüber.

Die Schäden, die in der Vergangenheit die intensive Land- und Forstwirtschaft anrichteten, werden schrittweise wieder gut gemacht. Da viele Kohletagbau-Gebiete  geschlossen sind, reduziert sich der Wasserzulauf zum Spreewald; rund 60 Prozent des Wassers waren Sumpfgewässer aus dem Bergbau. Um den Wasserstand in den Fließen (Kanäle) zu stabilisieren und zu regulieren, wird jetzt ein Wasserspeichersystem aufgebaut. Denn ohne Wasser wäre der heute noch so bemerkenswerte Artenreichtum dieser Landschaft nicht zu sichern.

Die Slawen waren die ersten Siedler, die sich im 6. Jh. auf die von zahllosen Nebenarmen der Spree und ihren beiden Zuflüssen Malxe und Berste gebildeten Inseln zurückzogen. Sie kultivierten das unwegsame Land, bauten Blockhäuser, Boote und Brücken, vernetzten die Gewässerarme mit Kanälen, da jeglicher Transport nur über die Wasserstrassen möglich war.

Sie sind die natürlichen Verkehrswege hier, denn da, wo anderenorts das Auto zum Einkaufen, für die tägliche Fahrt zur Arbeit oder zum Transport genutzt wird, nimmt man im Spreewaldinneren traditionell den Kahn zu Hilfe. 75 km lang und bis zu 16 km breit ist die typische Spreelandschaft heute, teils urwaldartig, teils urbaner Feld- und Waldbestand, man hat dabei den Eindruck, teilweise in einem Flussdelta zu sein. Hier existieren rund 18.000 Tier- und Pflanzenarten, 1991 erhielt ein Teil des Spreewaldes - genau 484 qkm -  die Anerkennung der UNESCO als Biosphärenreservat. Mehr als 1.800 Pflanzenarten wurden während der Erfassung der letzten Jahre vorgefunden, 585 davon sind in den Roten Listen der bestandsgefährdeten Pflanzen aufgeführt, darunter z.B. Wassernuss, Sonnentauarten, Knabenkraut oder andere Orchideen (!).

Auch die Tierwelt ist noch nicht vollständig erfasst: 830 Schmetterlinge (!), 113 Muscheln und Schnecken (!), 138 Brutvögel, 48 Libellen (!), 45 Säugetiere, 36 Fischarten sowie 18 Lurche und Kriecharten wurden bisher entdeckt. Zurückzuführen ist dieser Artenreichtum auf die vorhandenen zahlreichen Biotop-Typen mit verschiedenen "Waldgesellschaften" mit den schon erwähnten Vögeln, andere Arten der offenen Landschaft bevölkern Wiesen und Äcker, Kopfweiden und Obstbäume. Zu ihnen gehören Sumpf- und Watvögel wie die Bekassine und der Grosse Brachvogel. Auch der Wiedehopf, der gern in alten Baumhöhlen nistet, gehört dazu wie der typische "Kultvogel" hier, der Weißstorch.

Gespeist wird diese in Europa einmalige Kulturlandschaft von der Spree, die im Zittauer Gebirge entspringt und in Berlin in die Havel mündet. Der Oberspreewald liegt zwischen Cottbus und Lübben, der weitaus kleinere Unterspreewald zwischen Lübben und Schlepzig. Herz des Spreewaldes ist Lübbenau, aber auch Lübben, Schlepzig, Cottbus und Burg sind Touristen-Zentren.

Der Unterspreewald um Schlepzig ist der ruhigere Teil, die Stadt Lübben bildet die Grenze zum bekannteren, größeren und fließenreicheren Oberspreewald mit den Touristen besondern gern besuchten Orten Lübbenau und Burg.

Dreihundert Kanäle gibt es, fast 1.000 km lang, davon sind 600 km schiffbar, da wird die Erkundung des Spreewaldes vom Wasser aus zum Erlebnis, entweder auf einem der großen Holzkähne mit Fährmann oder Fährfrau - allein sechshundert warten auf Passagiere, oder man paddelt selbst im gemieteten Boot.

Aber auch Wanderer und Radfahrer kommen auf ihre Kosten. Fisch und hier angebautes Gemüse (Spreewaldgurken!) - der Spreewald ist eine der bedeutendsten Gemüsekammern Deutschlands - bilden die anderen, die kulinarischen Genüsse. Die von engen, hier Fließe genannten Wasserwege, durchzogenen Wiesen und Äcker bieten Kranich, Seeadler, Fischotter und Weiß- und Schwarzstorch ideale Lebensräume. In über dreihundert intakten Gewässern leben und tummeln sich so seltene Tiere wie "Quappe" und "Bachneunauge".

Der Spreewald und die Niederlausitz sind die Heimat der Sorben, auch erkennbar an den zweisprachigen Ortsnamen, Straßenschildern und den Namen der Wasserstraßen. Die hochwasserfreien Bereiche des Spreewaldes sind seit jeher Siedlungsgebiet der Sorben. Ihre Lieder, Trachten und Bräuche prägen das Lokalkororit. Sie sind als einzige ethnische Minderheit Deutschlands slawischen Ursprungs.

In der Kulturlandschaft des Spreewaldes leben etwa 50.000 Menschen in 37 Dörfern und zwei Städten. Die Stadt Lübbenau mit ihrem großen Kahnfährhafen gilt als die Hauptstadt des Spreewaldes. Um vorsichtig dem gesteigerten Tourismus nachzukommen, wurden in den letzten Jahren Kahnhäfen in Boblitz, Schlepzig und Straupitz eröffnet. Weitere werden folgen und das Rad- und Wanderwegenetz wird ebenfalls ausgebaut.

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Tourist-Information

Tourismusverband Spreewald e. V.
Lindenstraße 1
03226 Vetschau OT Raddusch
Telefon: 035433-72299
Telefax: 035433-72228

E-Mail: tourismus@spreewald.de
Homepage: www.spreewald.de

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