Konserviere Deine Lebensmittel

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Aktualisiert am 5. September 2022 von Bauernhofurlaub.de

Eingelegte Lebensmittel halten sehr lange © Ralf Wehr - stock.adobe.com

Verlängere die Haltbarkeit Deiner Ernte

Die Erntezeit von Obst, Gemüse und Kräutern neigt sich im Spätsommer und im Herbst dem Ende zu. Oft sind die Ernteerträge größer als der Bedarf und es können nicht alle Lebensmittel sofort verwertet werden. Was also soll mit den ganzen übrigen Lebensmitteln geschehen? Diesen Überschuss kannst Du ganz einfach konservieren, anstatt ihn zu verschwenden! Durch die Konservierung der Lebensmittel wird die Haltbarkeit verlängert und somit können leckeres Obst, Gemüse und Co. länger verzehrt werden.

Doch wie genau funktioniert die Konservierung von Lebensmitteln? Für das Verderben der Lebensmittel sind winzige Mikroorganismen verantwortlich. Diese vermehren sich nach einiger Zeit und machen somit das Produkt ungenießbar. Bei der Konservierung wird durch verschiedene Methoden den Mikroorganismen die Lebensgrundlage entzogen, wodurch deren Vermehrung verlangsamt wird und einige sogar komplett absterben. Die Lebensmittel sind dann länger haltbar.

Es gibt je nach Art des Lebensmittels unterschiedliche Konservierungsmethoden, mit denen dies erreicht wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der (mikro-)biologischen, der chemischen und der physikalischen Konservierung.

Obst konservieren

Mädchen im Apfelgarten © nuzza11 - stock.adobe.com

Die gängigsten Konservierungsmöglichkeiten für Dein Gartenobst

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Dein Gartenobst länger haltbar zu machen. Du kannst Dein Obst zum Beispiel einfrieren, trocknen oder als Kompott einmachen. Bei jeder dieser Methoden ist das Obst bis zu einem ganzen Jahr länger haltbar. Bestimmte Fruchtsorten, wie z.B. Birnen und Äpfel kannst Du auch durch das richtige Lagern in kühlen, dunklen Räumen, einige Monate nach der Ernte noch genießen. Doch welche weiteren Möglichkeiten gibt es noch, um Obst zu konservieren?

Für alle, die es süß mögen

Nahezu alle Obstsorten lassen sich zu leckerer Marmelade oder Fruchtaufstrichen verarbeiten. Beim Einkochen können auch verschiedene Fruchtsorten gemixt werden. Somit entstehen ganz neue und besondere Geschmacksrichtungen, die Du so sonst nirgends kaufen kannst! Zum Marmelade kochen eignen sich unter anderem verschiedenste Beeren, Äpfel, Aprikosen, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Orangen und vieles mehr.
Diese wortwörtlich süßeste Methode des Konservierens nennt sich Zuckern. Fisches Obst und auch ein paar Gemüsesorten können Mithilfe von Zucker nicht nur zu Marmeladen, sondern auch zu Sirup oder Gelees verarbeitet werden. Die Produkte sind dann bis zu einen Jahr haltbar.

Alkohol gefällig?

Deine übrigen Früchte, wie Beeren, Kirschen, Marillen, Äpfel und Birnen, kannst Du auch in Alkohol einlegen. Die eingelegten Leckereien eignen sich besonders gut als Beilage zum Dessert, in einer Bowle oder Du zauberst einen leckeren Likör daraus. Der Alkohol durchdringt das Zellgewebe und ersetzt das Wasser in den Früchten. Dadurch wird den Schadorganismen der Sauerstoff entzogen, was zum Absterben der Organismen führt. Es gilt: je höher der Alkoholgehalt, desto stärker die konservierende Wirkung. Um den Geschmack zu versüßen und die Haltbarkeit zusätzlich zu verlängern, kannst Du auch noch Zucker hinzu geben. Die Herstellung von Obstlikören, Erdbeerlimes oder Himbeerlimes ist darunter sehr beliebt.

Gemüse konservieren

Karottenernte © MNStudio - stock.adobe.com

Die Allrounder unter den Gemüse-Konservierungsmethoden

Auch Dein übriges Gemüse kannst Du vielseitig konservieren. Die wohl bekanntesten Konservierungsmethoden sind das Trocknen, Einfrieren und Einkochen. Die Begriffe sind dabei relativ selbsterklärend. Getrocknetes Gemüse kann in Form von Rohkost verzehrt oder zum Beispiel als Brühpulver für Suppen verwendet werden. Du kannst beliebiges Gemüse auch einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt unter Erhalt der gesunden Inhaltsstoffe wieder auftauen und genießen. Und zum Beispiel Rote Beete, Erbsen, Bohnen, Möhren oder Tomaten können ganz einfach eingekocht und dadurch länger haltbar gemacht werden. Aber welche Möglichkeiten zur Konservierung gibt es noch?

Eine echte Vitaminbombe

Dein Gemüse kannst Du, abgesehen vom sauren Einlegen in Essig, auch milchsauer einlegen. Dies nennt man auch Fermentieren. Hier eignen sich vor allem feste Gemüsesorten wie Kohlgemüse, Gurken, Möhren, Bohnen, Kürbis oder Paprika. Durch das gesunde Fermentieren nimmt der Vitamin-C-Gehalt zu und es entsteht zusätzlich Vitamin B12. Mithilfe dieser Methode wird zum Beispiel auch das berühmte Sauerkraut durch Kohlgemüse hergestellt. Milchsäurebakterien wandeln hier den Spitzkohl oder auch Weißkohl in die beliebte Beilage, das Sauerkraut um. Probiere es doch gleich mal aus!

Lebensmittel in Öl einlegen

Eine ebenso leckere und beliebte Konservierungsmethode ist das Einlegen von Gemüsesorten in Öl. Du kannst zum Beispiel Paprika, Tomaten, Auberginen und Zucchini einlegen. In Öl eingelegtes Gemüse zählt zudem zu einer echten mediterranischen Spezialität. Und die kannst Du auch ganz leicht selber machen!
Durch das Öl können sich Mikroorganismen nicht vermehren. Da die Organismen aber ebenso wenig abgetötet werden, solltest Du die selbstgemachten Leckereien innerhalb 3-6 Monaten aufbrauchen.

Fisch und Fleisch konservieren

Lebensmittel räuchern - hier wird Geräuchterter Schinken serviert © Herby ( Herbert ) Me - stock.adobe.com

Schon seit Jahrzehnten eine Delikatesse

Auch Fisch und Fleisch kannst Du durch bestimmte Methoden konservieren und so länger haltbar machen. Die wohl älteste Methode ist das Trocknen des Fleisches. Die Schadorganismen, die das Fleisch normalerweise verderben lassen, benötigen Wasser. Beim Trocknen wird ihnen dieses entzogen, wodurch sie absterben. Somit ist Fleisch gut getrocknet nahezu unbegrenzt haltbar. Schon unsere Urahnen haben diese Methode angewandt. Heute gibt es aber noch viele weitere Möglichkeiten, um Dein Fleisch oder Fisch zu konservieren.

Lebensmittel Salzen

Duch das Salzen, auch physiologische Austrocknung genannt, wird dem Lebensmittel Wasser entzogen. Die Salzlösung entzieht den Schadorganismen im selben Zug auch die Zellflüssigkeit, ohne die diese Organismen nicht überleben können. Fleisch und Fisch kannst du somit länger haltbar machen.
Aber Achtung: Durch Salz getrocknete Lebensmittel neigen dazu, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen. Um dem entgegen zu wirken, kannst Du geeignete, luftdichte Verpackungen verwenden. Besonders gut eignet sich dann zum Beispiel das Vakuumieren.

Lebensmittel Räuchern

Geräucherter Fisch oder Schinken gehört zu einer echten Delikatesse! Und noch dazu ist das Räuchern eine effektive Methode um die Haltbarkeit der Lebensmittel zu verlängern. Den Lebensmitteln wird hier ebenso Wasser entzogen, was den schädlichen Mikroorganismen die Lebensgrundlage nimmt. Die Schadorganismen sterben somit ab und die Lebensmittel sind länger genießbar. Und dafür benötigst Du nicht einmal eine Räucherkammer! Dein Backofen, ein großer Topf mit Siebeinsatz und Räuchermehl reicht völlig aus um diese Leckerei einmal aus zu probieren!

Kräuter konservieren

Gericht lecker mit Kräutern angerichtet © Carmen Steiner - stock.adobe.com

Ernte Deinen Kräutergarten

Nicht alle Kräuter im Kräutergarten überleben den Winter. Besonders schade ist es, wenn man im Frühling feststellen muss, dass einige Pflanzen den harten Winter nicht überstanden haben. Es empfiehlt sich daher, die Kräuter schon in ihrer Blüte und vor allem vor Wintereinbruch zu ernten. Oftmals hast Du dann Kräuter im Überfluss. Doch das ist kein Problem, denn auch Kräuter kannst Du ganz einfach konservieren!

Lebensmittel in Alkohol einlegen

Zum Einlegen in Alkohol eignet sich nicht nur süßes Obst, sondern auch Kräuter. Dadurch können verschiedene, gesundheitsfördernde Tinkturen hergestellt werden. Durch das Einlegen der Kräuter werden deren Inhaltsstoffe bis zu 6 Wochen im Alkohol gespeichert. Dieser lässt sich abfüllen und durch Tröpfchen- oder Pipetten-Flaschen einnehmen. Es eignen sich zum Beispiel Thymian, Rosmarin, Zitronenmelisse, Lavendel, Holunderblüten und Spitzwegerich. Besonders bei Erkältungen können diese wertvollen Kräuter Wunder bewirken.

Kräuter in Öl einlegen

Du kannst auch diverse Aromaöle mithilfe von in Öl eingelegten Kräutern herstellen. Das Öl verhindert das Vermehren der Schadorganismen und verlängert somit die Haltbarkeit der Kräuter. Hier werden besonders getrocknete Kräuter mit geringem Wassergehalt verwendet, wie zum Beispiel Rosmarin, Salbei, Thymian und Bohnenkraut. Die leckeren Kräuteröle kannst Du zum Würzen von Salaten, Gemüse, Saucen, Fisch- und Fleischwaren verwenden.
Auch verschiedene Kräuterpasten lassen sich durch das Einlegen frischer Kräuter in Öl herstellen.
So hast Du auch in der Winterzeit eine leckere und gesunde Beilage zur Pasta, zum Reis oder zu Kartoffeln!

Das Universaltalent Essig

kleines Mädchen mit einem Korb voller Pilze © Ramona Heim - stock.adobe.com

In Essig kannst Du so ziemlich alles einlegen: Gemüse, Pilze, Obstsorten und auch Kräuter. Im sauren Essig überleben die meisten Mikroorganismen nicht, wodurch die Produkte dann länger haltbar gemacht werden. Dabei ist ein Essig mit einem Säuregehalt von 5% völlig ausreichend. Jedoch gehen bei dieser Konservierungsmethode durch die Essigsäure viele wertvolle Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamine verloren. Vor dem Einkochen kann auch noch Zucker hinzugegeben werden, um einen bestimmten süß-sauren Geschmack zu erzielen. Die Herstellung von Aromaessig durch frische Kräuter, Blüten aber auch Beeren ist zum Beispiel eine beliebte und leckere Möglichkeit.

Unser Tipp!

Lebensmittel konservieren, zum Beispiel selbstgemachte Erdbeermarmelade © StefanieBaum - stock.adobe.com

Deine übrigen Ernteerträge kannst Du also ganz leicht konservieren und so deren Verschwendung vermeiden. Dadurch kannst Du zum Beispiel auch im Winter noch Vitamine zu Dir nehmen oder einfach mal verschiedene Köstlichkeiten ausprobieren. Im Internet gibt es zahlreiche leckere Rezepte, wie Du die Lebensmittel genau verarbeiten kannst. Ein weiterer Tipp wäre es, die selbstgemachten Liköre, Marmeladen, Aromaessige, Öle usw. schön zu verpacken und dann zu verschenken. Denn selbstgemachte Geschenke aus dem eigenen Anbau schmecken meist viel besser, als die gekauften Produkte aus dem Supermarkt. Zudem wissen die Beschenkten die Arbeit und Mühe, welche Du in die Leckereien gesteckt hat, meist sehr zu schätzen.
Wir wünschen Dir ganz viel Spaß beim (Aus-)Probieren!

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