Zu Gast im Agriturismo Piperedda bei Irgoli

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Aktualisiert am 12. April 2026 von Bauernhofurlaub.de

Manchmal ist ein Urlaubsort schnell erklärt. Zimmer, Pool, Frühstück, fertig. Und manchmal reicht das eben nicht, weil der Ort mehr kann als seine Ausstattung aufzählen. Das Agriturismo Piperedda bei Irgoli gehört in die zweite Kategorie.

Der Hof liegt im Osten Sardiniens, nicht weit vom Golfo di Orosei, zwischen Hügeln, Weinreben und den Wegen ins Inselinnere. Wer hier ein paar Tage verbringt, hat schnell das Gefühl, dass Meer und Land sich gar nicht widersprechen müssen. Man kann morgens in Richtung Küste denken und abends doch lieber auf der Veranda sitzen bleiben.

Piperedda gehört zu einem familiengeführten agro-zootecnischen Betrieb und empfängt seit dem Jahr 2000 Gäste. Giampaolo ist der Eigentümer des Hauses. Das muss man nicht groß ausschmücken. Es genügt zu wissen, dass hier kein anonymer Betrieb läuft, sondern ein Ort, an dem Landwirtschaft, Küche und Gastfreundschaft zusammengehören. 

Luftaufnahme eines Agriturismo mit mehreren Gebäuden, Zufahrtswegen, Pool und grüner Gartenfläche in hügeliger Landschaft. © Agriturismo Piperedda
Ein Hof zwischen Land und Küste

Ankommen ohne Umwege

Die Zimmer sind auf einen ruhigen Aufenthalt angelegt. Es gibt Doppelzimmer, Dreibettzimmer und größere Vierbettzimmer, alle mit eigenem Bad, Klimaanlage, Mini-Kühlschrank und möblierter Veranda. Gerade für Familien ist das praktisch, weil nichts improvisiert werden muss. Wer zu zweit reist, findet genau die richtige Mischung aus Komfort und Ruhe, und wer mit Kindern unterwegs ist, merkt schnell, dass der Aufenthalt hier leicht organisiert werden kann.

Zum Piperedda gehören nicht nur die Zimmer, sondern auch Restaurant, Pool und der Rahmen, in dem der Tag von allein Form annimmt. Morgens Frühstück im Haus, später vielleicht ein Ausflug, dann zurück an den Pool oder direkt zum Abendessen. Das klingt einfach, ist im Urlaub aber erstaunlich viel wert.

Pool auf einer grünen Wiese mit blauen Liegen und roten Sonnenschirmen, dahinter Felder und niedrige Hügel. © Agriturismo Piperedda
Entspannen zwischen Hügeln und Weite
Liegen auf einer Rasenfläche vor einem flachen Gebäude mit Veranda, umgeben von Bäumen und kleinen Steinblöcken. © Agriturismo Piperedda
Ein stiller Platz im Grünen

Was in Piperedda auf den Tisch kommt

Die Küche ist einer der Gründe, aus denen man in einem Agriturismo wie diesem nicht nur schlafen, sondern auch essen möchte. Vieles stammt direkt aus dem eigenen Betrieb oder aus der unmittelbaren Umgebung: Gemüse, Kräuter, Käse, Fleisch, Wurstwaren, Brot und Wein.

Auf Konservierungsstoffe und künstliche Farbstoffe wird verzichtet. Gentechnisch veränderte Organismen werden nicht verwendet, und auch in der Landwirtschaft arbeitet der Hof mit nachhaltigen Methoden und möglichst wenig Pestiziden. Die Tiere wachsen in freier Haltung auf.

Das Entscheidende ist aber nicht die Liste der Prinzipien, sondern was daraus wird. Malloreddus (Pasta), Ricotta-Ravioli, Pecora (Schaf) mit Kräutern, Lamm und das sardische Spanferkel („Porceddu“ oder „Maialetto“) gehören zu den Gerichten, die Piperedda mit der Gegend verbinden. Dazu kommen Antipasti mit gegrilltem Gemüse, Salumi, Käse, traditionelle Süßspeisen und am Ende ein Mirto, wie er in Sardinien eben dazugehört. Die Menüs wechseln je nach Saison und je nachdem, was gerade verfügbar ist. Das ist angenehm, weil man nicht das Gefühl hat, in einem fixen Programm zu sitzen.

Mehrere Fleischstücke garen an Metallspießen vor offenem Feuer in einer gemauerten Feuerstelle. © Agriturismo Piperedda
Tradition, die man riechen kann

Frühstück, wie man es gern länger macht

Das Frühstück wird als Buffet serviert und fällt so aus, wie man es sich auf dem Land in Sardinien erhofft: Kuchen, Crostate, Kekse, frisches Obst, hausgemachte Marmeladen und Konfitüren, dazu Pecorino Käse, Aufschnitte sowie Kaffee, Tee, Milch und Säfte. Das ist eines dieser Frühstücke, bei denen aus „nur kurz etwas essen“ schnell eine längere Angelegenheit wird.

Gerade wenn man ein Wochenende mit der Familie plant, ist genau das ein Vorteil. Niemand muss früh los, niemand muss erst einen Ort zum Frühstücken suchen. Der Tag beginnt dort, wo man wohnt. Das macht vieles entspannter.

Korb mit Gebäck, Brot, Marmelade und Obst auf einem Tisch am Fenster, dahinter grüner Garten. © Agriturismo Piperedda
Der Tag beginnt mit Einfachheit

Hundert Meter bis zum Cannonau

Zum Piperedda gehört auch ein Weinberg. Rund hundert Meter von den Zimmern entfernt wachsen dort die Reben für den Cannonau di Sardegna und die Vernaccia des Hauses. Der Weinberg wird biologisch bewirtschaftet, die Reben werden ohne chemische Düngemittel gepflegt, die Trauben von Hand gelesen und in den Betriebsräumen in der Nähe weiterverarbeitet.

Besonders der Cannonau hat hier seinen festen Platz. Er bringt weiche Tannine mit, dazu Noten von roten mediterranen Früchten, Gewürzen und eine leichte Kräuterwürze. Mit den Gerichten des Hauses passt das sehr gut zusammen. Während des Aufenthalts werden auch Verkostungen organisiert. Für alle Gäste sind genau solche Momente die eigentlichen Reiseerinnerungen: ein Glas Wein, das nicht irgendwoher kommt, sondern wirklich von dort. 

Mehrere Menschen lesen Trauben zwischen Weinreben, im Hintergrund stehen ein Traktor und ein Anhänger. © Agriturismo Piperedda
Zwischen Reihen, Sonne und Handarbeit

Was man von hier aus unternehmen kann

Das Schöne am Piperedda ist, dass man nicht zwischen „Hofurlaub“ und „Sardinien sehen“ wählen muss. Beides geht. Der Pool liegt nah, wenn man bleiben möchte. Die Umgebung ist nah, wenn man losziehen will.

Die Strände des Golfo di Orosei gehören zu den naheliegenden Zielen. Cala Luna, Cala Mariolu und Cala Goloritzé sind die bekannten Namen, dazu kommen Capo Comino, Santa Lucia und Berchida. Man könnte daraus ein strammes Ausflugsprogramm machen, man muss aber nicht. Für Familien funktioniert oft genau der entspanntere Rhythmus besser: morgens in Ruhe frühstücken, später ans Meer, am Abend zurück auf den Hof.

Auch Irgoli selbst lohnt sich. Der Ort ist bekannt für seine Murales, für handwerkliche Arbeiten aus Holz, Keramik und Eisen und für das Festival dell’Organetto, das jeden August stattfindet. Die Pfarrkirche San Nicola bewahrt seit dem 16. Jahrhundert eine Reliquie, um die sich die Riten der Karwoche drehen.

Wer tiefer in die Geschichte der Gegend einsteigen möchte, findet in der Umgebung das Heiligtum von Janna ’e Pruna und Su Notante Dort erzählen Tempel, heiliger Bezirk und Quelle von der nuraghischen Vergangenheit Sardiniens. Im Antiquarium Comunale von Irgoli lassen sich die Funde aus der Gegend genauer ansehen. So wird aus dem Aufenthalt auf dem Land plötzlich auch eine kleine Reise in die frühe Geschichte der Insel.

Und dann ist da noch der Monte Senes, der über dem Cedrino-Tal liegt und weite Blicke bis zum Golfo di Orosei öffnet. Auf den Wegen durch die Macchia mediterranea stehen noch die traditionellen sos pinnettos, die alten Hirtenhütten, und in der Gegend leben Mufflons und Steinadler. Wer Sardinien nicht nur am Strand sehen möchte, bekommt hier ziemlich schnell Lust, einen weiteren Tag einzuplanen.

© Agriturismo Piperedda

Ein Hof, der zu verschiedenen Reisen passt

Piperedda eignet sich für unterschiedliche Arten von Urlaub, ohne sich dabei zu verbiegen. Paare finden Ruhe, gutes Essen und ein Umfeld, in dem man schnell herunterkommt. Familien haben größere Zimmer, den Pool, das Frühstück im Haus und genug Ziele für kurze oder längere Ausflüge. Und auch für Feste ist der Hof gut aufgestellt: Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen können hier gefeiert werden, mit individueller Menügestaltung, einer großen Panoramasala und Veranden im Grünen.

Das wirkt nicht nach Eventlocation, sondern nach einem Ort, an dem Feiern in eine Landschaft passen und nicht gegen sie arbeiten müssen.

Noch ein praktischer Vorteil

Ein Detail, das in der Planung schnell wichtig wird, betrifft die Anreise. Durch die Zusammenarbeit mit TraghettiLines erhalten Gäste des Agriturismo Piperedda Zugang zu vergünstigten Fährtarifen nach Sardinien. Je nach Verbindung sind Rabatte von bis zu 20 Prozent möglich. Wer also schon vor der Ankunft sparen möchte, hat hier einen zusätzlichen Vorteil. Am besten fragt man einfach bei Giampaolo nach.

Am Ende ist Piperedda einer dieser Orte, die viele Dinge zusammenbringen, ohne daraus großes Programm zu machen. Gute Zimmer, eigenes Essen, Wein vom Hof, ein Pool, die Nähe zum Meer, Ausflüge ins Inselinnere und ein Gastgeber, dessen Haus nicht austauschbar wirkt. Für Ferien in Sardinien ist das keine schlechte Voraussetzung. Eher eine ziemlich gute.

 

 

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Giampaolo Floris
Loc. Sauccu Nieddu
08020 Irgoli (Nuoro)
Tel: +39 – 333-8400836


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