Hintergrundreportage über die Milch Teil 1:
Zwischen Leistungsdruck und Wohlergehen

Milch

Milch enthält neben knapp 90 Prozent Wasser, Fette, Eiweiße, Milchzucker, Mineralstoffe und Vitamine. In den ersten Tagen nach der Geburt wird bei Säugetieren als Erstmilch die so genannte Kolostralmilch produziert. Bei Kühen spricht man auch von Biestmilch. Sie enthält besonders viel Eiweiß und viele Antikörper, um das Jungtier optimal zu versorgen. Nach wenigen Tagen wird dann aber das Kalb auf einen nährstoffreichen Milchersatz umgestellt.

Milchkuh zu sein, ist harte Arbeit. Um rund 6000 bis 8000 Liter Milch im Jahr zu geben, braucht sie nicht nur das richtige Futter. Die heutigen Landwirte achten darauf, dass auch die Haltung der Tiere stimmt. Soll der Betrieb dann noch wirtschaftlich laufen, ist das ganze Können gefragt.

Mit dem Futter fängt es an

Kühe sind heute Hochleistungstiere und brauchen ein ausgewogenes und leistungsgerechtes Futter. Mit dem „Grundfutter“ aus Weide, Grassilage und Heu wäre die Milchleistung in der Regel auf etwa 3700 bis 5500 Liter begrenzt. Also wird geeignetes Futter ergänzt. Doch der Umgang mit Milchkühen erfordert Umsicht. Werden die Tiere zu sehr strapaziert, können sie krank werden und verlieren schneller ihre Fruchtbarkeit. Ohne Kalb gibt es aber keine Milch.

Auch die Haltung im Stall und das Melken versucht man ständig zu optimieren. Im Anbindestall standen früher die Tiere nebeneinander und wurden mit der Melkmaschine gemolken. Heute werden vor allem in größeren Betrieben die teils vollautomatischen Melksysteme und die Gestaltung des Stalls aufeinander abgestimmt. Die moderne Form ist der Laufstall mit Liegeboxen. Die Kühe tragen kleine Transponder um den Hals. So kann alles rund um das Melken und die Ergänzungsfutterabgabe für jede einzelne Kuh per Computer gesteuert und genau überwacht werden. Das spart Zeit für den Landwirt, ersetzt aber nicht seinen aufmerksamen und sachkundigen Blick. Auch heute gilt im Verhältnis zwischen Tier und Mensch: Man kennt sich.

Kuhkomfort

Seit einigen Jahren gewinnt zudem der Begriff „Kuhkomfort“ immer mehr Bedeutung. Ein angemessenes Platzangebot, Liegematten, automatische Kuhbürsten, Ventilatoren oder Duschen – all das sorgt für mehr Wellness. Denn es hat sich deutlich gezeigt, dass Leistungsfähigkeit und Produktivität der Milchkühe von ihrem Wohlergehen abhängen. Wen kann das verwundern?

 

Bilder © Adam Gryko, womue Fotolia.com

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