Traditionelle bäuerliche Weihnachtsmenüs

Aktualisiert am: Dezember 21, 2017 at 12:31 pm

Weihnachtsmenü - Gebratene Entenkeule mit Rotkohl und KnödelnEs gibt viele köstliche Arten zu kochen, Speisen zuzubereiten und diese mit leckeren Beilagen als optischen Augenschmaus zu präsentieren. Was die bäuerliche Küche jedoch in ganz besonderem Maße auszeichnet ist, dass viele der schmackhaften Bauernrezepte eine langjährig überlieferte Tradition besitzen und von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Zudem wird hier meist mit Zutaten aus eigenem Anbau und eigener Zucht gekocht (hofeigene Produkte) und gebacken – diesen kleinen aber feinen Unterschied, den schmeckt man eben!
Dann gibt es noch ein weites Feld an regionalen Unterschieden in der Kochkunst der einzelnen Bundesländer. Denn ein deftiges nordisches Labskaus ist doch beispielsweise etwas ganz anderes als die beliebten Allgäuer Kässpatzen.

Zur Weihnachtszeit, über die Feiertage und den Jahreswechsel wird vielerorts sehr aufwändig gekocht, es werden ganze Menüs mit Vor-, Zwischen-, Haupt- und Nachspeisen serviert und zum Nachmittagskaffee reicht man selbstgebackene Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen, Stollen, Zöpfe, Kuchen und Torten. Eine kalorienreiche Zeit also in der allerorts nach Herzenslust geschlemmt wird. Mit den guten Vorsätzen, das mühsam erarbeitete Hüftgold schnellstmöglich wieder loszuwerden starten dann die meisten Menschen hoffnungsvoll ins neue Jahr!

Nachstehend möchten wir Ihnen ein paar traditionelle, bäuerliche Weihnachtsmenüs zum Ausprobieren und Nachkochen vorstellen. Dabei sind diese Bauernrezepte nach derjenigen Fleisch- oder Fischart eingeteilt, die den Hauptbestandteil des feinen Weihnachtsessens darstellt. Durch Klicken auf den jeweils nachfolgenden Link kommt man auch gleich zum leckeren Rezept!

Leichter Fisch als edles Festtagsmenü
Forelle vom Bauernhof im Kräutermantel in der Alufolie im Ofen gebacken ist ein köstliches Festtagsgericht, dazu kann man Butterschwenkkartoffeln reichen und diese mit frischer Petersilie bestreuen. Für den Kräutermantel werden natürlich die frischen Kräuter aus dem hofeigenen Kräutergarten verwendet, was dem ganzen Gericht eine besonders kräuterwürzige Note verleiht. Hierzu kommen heimischer Thymian, Salbei, Rosmarin, Estragon, Dill, Basilikum und Lorbeerblätter zum Einsatz. Wer diesem Fischgericht lieber eine exotische Note verleihen möchte, der würzt mit Safran, Cayennepfeffer, Ingwer und Koriander.

Im Schwarzwald wird oftmals vor allem zu Silvester Karpfen in Bier nach Klosterart zubereitet, dazu werden Salzkartoffeln und in Butter gedünsteter, fein geschnittener Lauch serviert:
www.schwarzwald.net/essen_trinken/karpfen.html

Unzählige Klöster hatten einst und zum Teil bis heute klostereigene Brauereien und so schmecken diese selbstgebrauten, zumeist dunklen Biersoßen zu Fisch und Bratengerichten ganz besonders würzig.

Köstliches vom Schwein für die Festtafel
Wie wäre es mal mit einem Schweineschnitzel nach Bauernart, serviert mit einem Ragout aus Pilzen, grünen Bohnen, Zwiebeln, Speck und Kartoffeln. Das ist zwar ein eher deftiger Bauernschmaus für eine Festtagstafel,  nichts desto trotz erfreut sich dieser im ländlichen Bereich ungebrochen großer Beliebtheit. Dazu kann man einen leichten Endivien- oder Kopfsalat reichen, aber auch rote Beete passen sehr gut dazu.

Aus der Region Hohenlohe stammt das wahrlich feinmundige Rezept „Echt hällisches Schweinefilet im Kräuterspeckmantel auf winterlichem Rahmwirsing mit Zwetschgen-Serviettenknödeln“. Da läuft einem doch gleich das Wasser im Munde zusammen. Kreiert wurde es vom Jungkoch Maik Siegemund, der dort in der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft tätig ist.
Nachkochen unbedingt empfohlen:
www.blog.besh.de/index.php/entry/filet-fuers-fest

Erlesenes Wild sollte auf keiner festlichen Tafel fehlen!  
Etwas ganz außergewöhnliches sind die „Rehfleischküchle“ mit Johannisbeer-Mascarpone Dip an Rahmporree, da bekommt man schon beim Lesen Appetit. Mascarpone ist im Übrigen ein cremiger, milder Doppelrahm-Frischkäse, der mit Wein-, Essig- oder Zitronensäure dickgelegt wird. Eine feine Rahmspezialität mit einem Fettgehalt von 80 % i.Tr., die bevorzugt für Süßspeisen, Cremes, Dips oder zum Füllen von Torten verwendet wird.

Köstlicher Kaninchenbraten zu Weihnachten!

Ebenso ist der bäuerliche Kaninchenbraten in Marsalasud zum Weihnachtsfest nicht zu verschmähen. Dazu wird Polenta oder Safranrisotto serviert. Marsala ist eine italienische Hafenstadt auf der Insel Sizilien und nach dieser Stadt wurde der berühmte süße Likörwein „Marsala“ auch benannt. Polenta wiederum war einst bei den Bauern Österreichs, Italiens, Spaniens, auf dem Balkan über Rumänien bis nach Moldawien als „Arme-Leute-Essen“ bekannt, denn es handelt sich hierbei um einen aus Maisgrieß hergestellten festen Brei, der so fest gekocht wird, das man ihn abstechen kann und der bevorzugt zu Fleischgerichten gereicht wurde. Heute erfreut sich die Polenta großer Beliebtheit und ist auch in den feinsten Küchen zu finden.

Feine Rindfleischgerichte sind nachstehend zu finden:
Die Thüringer Rinderrouladen Hausschlachter Art mit Thüringer Klößen und „7-Stunden Schmorkraut“ lieben nicht nur die Thüringer selbst! Dieses Rezept ist nichts für Schnellköche, denn der feingeschnittene Rotkohl muss hier bei kleiner Flamme tatsächlich 7 Stunden im gewürzten Butter-Wassersud ganz allmählich vor sich hin schmoren.

Im schönen Saarland isst man auf dem Lande gerne Roastbeef mit Dibbelabbes (Kartoffelpuffern) und Lisdorfer Brokkoligemüse mit Buttermandeln.

Nicht nur in und rund um Berlin isst man an Festtagen gerne die berühmte Berliner Leber (aus Kalbs- oder Rinderleber), die dort mit gedünsteten Apfelscheiben und geschmorten Zwiebelringen serviert wird. Dazu passt hervorragend selbstgemachter Kartoffelbrei.

Bayern wartet hingegen mit dem aus dem französischen „Boeuf á la mode“ abgewandelten „Böfflamott“ an deftigem Bayrisch Kraut mit Kümmel und Semmelknödeln auf. Das ist ein Rinderbraten aus der Schulter oder dem Bug geschnitten, den man zunächst einmal 2-3 Tage in einer Rotweinbeize gewürzt mit Senfkörnern, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren und Nelken einlegt. Danach wird er aus der Beize genommen, in Schweineschmalz angebraten und anschließend in einem Schmortopf im Backofen unter Zugabe des Rotweinsuds  geschmort. Statt der Semmelknödel kann man ihn auch mit Petersilienkartoffeln servieren.

Zarte Bauern-Lammfleischküche entdecken
Zwiebel-Champignon-Lammkoteletts auf traditioneller Polenta serviert – auch das ist wieder ein ganz erlesenes Festtagsgericht nach Bauernart.

Oder auch Lamm nach Bauernart, mal ganz anders zubereitet und zwar deftig-herzhaft mit Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Schafskäse im Strudelteig gebacken! Das ist eine wahre Gaumenfreude für Kenner bäuerlicher Kochart!

Ente, Gans, Pute & Co. sind zeitlos beliebte Festtagsgerichte
Da gibt es beispielsweise das Putenfilet „Bäuerliche Art“, das mit einem Champignon-Speckragout, Salzkartoffeln und grünen Bohnen angerichtet wird.

Und das leckere bayrische „Bauern-Ganserl“ an Speckböhnchen und Rosmarinkartoffeln ist weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt.

Außergewöhnlich sind auch die bäuerlichen Putenrouladen und zwar weil sie mit gekochtem  Sauerkraut gefüllt sind, dazu gibt es hausgemachten Kartoffelbrei und das Ganze hört sich nicht nur lecker an, das schmeckt auch so!

Die saftig und kross gebratene Bauernente mit frischem Rotkohl und köstlichen Kartoffelknödeln ist einfach nur himmlisch – ein wahrer Gaumenschmaus!

Rustikales mit Gemüse
Grünkohl nach Bauernart wird mit Gänseschmalz zubereitet, dazu werden Schweinekrustenbraten oder Kassler und geräucherte Kochwurst sowie Bratkartoffeln gereicht. Das ist eine norddeutsche Spezialität wie sie in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gerne gegessen wird.

Deftige Allgäuer Kässpätzle mit Röstzwiebeln

Deftige Kuchen und Beilagen
Die bäuerlichen Allgäuer Kässpatzen mit gerösteten Zwiebelringen und Backsteinkäse überbacken sind weit über Bayerns Grenzen hinaus bekannt und beliebt.

Ein deftiger Zwischengang ist der bäuerliche Lauchkuchen mit Vollkornteig, den man auch mal als Mitternachtsüberraschung an Silvester reichen kann. Dazu passt hervorragend ein Birnensaft oder Birnenschorle.

Es gibt auch diverse Kochportale, die separate Rubriken mit „Bäuerlichen Rezepten“ angelegt haben, von denen eines schmackhafter als das andere klingt. Hier kann man sich ein Menü mit diversen Gängen nach eigenem Gusto selbst zusammenstellen, denn hier gibt es Rezeptvorschläge von der Vorspeise über den Salat, die Suppe und den Brotaufstrich bis hin zum Hauptgang gefolgt vom Dessert. Einfach mal recherchieren, es lohnt sich!!!

Zum guten Schluss möchten wir Ihnen noch zwei Kochbücher vorstellen, die sich auf bäuerliche Gerichte spezialisiert haben. Diese heißen „Leckere Kostbarkeiten aus der Bauernküche“ von Erich M. Istvan und „Das große Bauernhof-Kochbuch“ von Sarah Mayor. Außerdem findet man auf dem Portal bauernregeln.net ebenfalls köstliche Bauernrezepte zum Ausprobieren.

Einfach mal nachschmökern, es lohnt sich!!!