Insel Usedom

Reiter am Strand von Usedom
Reiter am Strand von Usedom

Usedom ist eine Ostseeinsel im Stettiner Haff (Oderhaff), zwischen den Flüssen Peene und Swine. Der größere Westteil liegt im Nordosten der BRD in Mecklenburg-Vorpommern, der Ostteil mit Swinemünde gehört zu Polen. Die Außenküste ist fast geradlinig und flach und wird streckenweise durch bewaldete Steilküsten unterbrochen, dagegen ist die Binnenküste stark gegliedert (Achterwasser, Krumminer Wiek).

Die zweitgrößte Insel Deutschlands hat neben den bekannten Badeorten Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin feine Sandstrände. Die Buchten des Achterwassers haben Seen, Wälder, Wiesen  und verträumte Fischerdörfer auf der Boddenseite zu bieten. Ein sanft geschwungener Sandstrand erstreckt sich über 38 km von Karlshagen im Norden und Ahlbeck im Süden.

Sein goldenes Zeitalter erlebte Usedom in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jhs. Als die ersten Usedomer Seebäder ihren Betrieb aufnahmen, sprach sich das schnell im nicht allzu entfernten Berlin herum.

Nicht nur Kaiser Wilhelm II., die Hochfinanz aus dem Grunewald, das Hofbeamtentum aus Charlottenburg und die "sonstigen Kleinbürger" aus Wilmersdorf fanden es schick, im mondänen Heringsdorf, in Ahlbeck oder Zinnowitz zu promenieren. Binnen kürzester Zeit war Usedom "die Badewanne" von Berlin. Heute erreichen Bahnreisende die Insel über den Bahnhof Züssow. Mit neuen Zügen der Usedomer Bäderbahn geht es von dort über die Wolgaster Brücke bis nach Ahlbeck und zur polnischen Grenze.

Ein Besonderheit hier und beliebter Treffpunkt an lauen Sommerabenden sind die weit in die Ostsee reichenden Seebrücken, z.B. in Zinnowitz, Koserow und Bansin. Auch die einst abgebrannte, 500 m lange Seebrücke von Heringsdorf, wurde als längste in ganz Kontinentaleuropa wieder aufgebaut, und nicht zuletzt prangt die Ahlbecker Seebrücke mittlerweile auf den Titelseiten vieler Reiseführer.

"Man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne", teile der Dichter Theodor Fontane - begeistert von Usedom - 1863 seiner Frau Emilie brieflich mit.

Bis heute gilt das Usedomer Klima wegen seiner kochsalzhaltigen Seeluft, die sich mit den ätherischen Ölen der vielen Kiefernwälder im Hinterland mischt, als äußerst gesund. Die gesamte Insel ist mit ihren Wasserflächen ein 472 qkm großer Naturpark. Im Gegensatz zum lang gezogenen Küstenstreifen ist die dem Festland zugewandte Seite von Schilf umsäumten Buchten - wie dem großen Achterwasser - gesäumt. Hier gibt es viele verträumte Ecken und Winkel. Zweiundzwanzig ausgewiesene Naturschutzgebiete liegen über dem relativ ebenen Nordteil und den hügeligeren Südteil der Insel verteilt, darunter das 14 m tiefe "Mümmelkenmoor" bei Bansin und der stille "Gothensee", der als Lebensraum seltener Tagfalter und scheuer Fischotter bekannt wurde.

Ahlbeck erreicht man auch über die Brücke bei Zecherin, man folgt der Hauptstraße und landet schließlich im Ort. Ahlbeck hat seinen Ursprung in einem um 1800 gegründeten Fischerdörfchen, in dem 1853 die erste Badesaison stattfand. 1922 gehörte der Dichter und Satiriker Kurt Tucholsky zu den Badegästen. Wahrzeichen des Ortes ist die 1898 eingeweihte Seebrücke, das einzige historische Bauwerk dieser Art an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. 250 m schob sich ihr im Winter 1941/42 zerstörte Landungssteg ins Meer, übrig blieb der im Laufe von Jahrzehnten in der heutigen Form entstandene Gaststättenpavillon, von dem seit 1993 ein Landungssteg ins Meer sticht. Das einst bräunlich gestrichene Gebäude war Drehort für das finale Familienessen in Loriots Film "Papa ante Portas", für dessen heiter-humoristische Atmosphäre es einen strahlend weißen Anstrich verpasst bekam. Am Zugang zur Seebrücke steht seit 1910, als Geschenk eines betuchten Feriengastes, eine drei Meter hohe Jugendstiluhr, die eine Wetterfahne in Gestalt einer Kogge (Schiff) krönt.

Ebenfalls aus einem namenlosen 1818 angelegten Fischerdorf ging Usedoms vornehmstes Seebad hervor: Heringsdorf. Der Ort wurde bald das Bad der Aristokratie und Hochfinanz. Im weißen Schloss wohnte 1866 Kronprinzessin Viktoria von Preußen mit ihren Söhnen Wilhelm, dem späteren Kaiser und Heinrich. Ein nostalgisches Flair verbreiten in unseren Tagen noch viele Hotels und Pensionen, die in der wilhelminischen Zeit zwischen 1890 und 1914 entstanden sind. Besonders schön anzuschauen ist die 1893 im griechisch-römischen Stil erbaute Villa des jüdischen Bankiers Oechsler, die mit einer venezianischen Mosaik-Eingangsfront aufwartet. Gegenüber in der mondänen Villa Staudt weilte mehrfach Kaiser Wilhelm II. Weiter Gäste des Ortes waren u.a. der russische Dichter Maxim Gorki und der berühmte Maler Lyonel Feininger.

Die Luft ist salzig und klar, das Meer ist weit und läuft nicht weg und wenn der Urlauber beschaulich die Promenade von Heringsdorf in Richtung Westen herunter spaziert, erreicht er das jüngste der drei Badeorte, Bansin, 1887 gegründet. Besonders schöne Häuser im Stil der Bäderarchitektur stehen an der Strandpromenade und an der parallel verlaufenen Bergstraße.

Die sonnenreiche Region - angeblich 1.906 Sonnenstunden im Jahr - ist besonders im Frühling eine Reise wert. Schon im März, wenn das erste Grün treibt, kann man sich bei endlosen Strandwanderungen die sehr gute Seeluft um die Nase wehen lassen und sich entspannen.

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Tourist-Information

Usedom Tourismus GmbH
Waldstraße 1
17429 Seebad Bansin
Telefon: 038378-47710
Telefax: 038378-477129

E-Mail: info@usedom.de
Homepage: www.usedom.de

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