Prignitz

Blick auf die Elbe in Wittenberge
Blick auf die Elbe in Wittenberge

Die Prignitz gehört zu den ältesten Kulturlandschaften der Mark Brandenburg. Das Gebiet umfasst räumlich ungefähr die Landschaft zwischen den Flüssen Elbe, Elde, Dosse und Havel.

Die Elbstadt Wittenberge oder die alten Bischofsstädte Havelberg und Wittstock, die "Rolandstadt" Perleberg oder die Fachwerkhäuser von Lenzen, sie alle wie die ländlichen Herrensitze und Burgen berichten von der langen Besiedlungsgeschichte des Landstrichs. Die Weite der Landschaft lädt ein zum Verweilen und Rasten, dazu besteht fast überall die Möglichkeit, vieles mit dem Fahrrad zu erkunden.

Ein andere Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen, sind Kanutouren auf der Elbe oder der Stepenitz. Das "Bioshärenreservat" an der Elbe ist ein einmaliges Rückzugsgebiet für die Pflanzen und Tiere der Auenlandschaft und dabei auch Erholungsgebiet für Ruhesuchende.

Die Plattenburg als die größte Wasserburg Norddeutschlands gehört zu den beliebtesten Ausflugzielen der Prignitz. Die einzigartige Lage sowie der imposante Anblick der Burg lassen jede eventuelle Mühe einer Anreise vergessen. Der Besucher kann die ganze Anlage mit Burg, Kapelle, Knappenhaus und Burghof erkunden und dadurch den Lebensstil des Mittelalters neu erleben. Ein Kunstwerk besonderer Art ist der Rittersaal mit seinem Kamin. Der Ahnensaal und die Kapelle sind Zeugen der Vergangenheit und vermitteln einen authentischen Eindruck dieser Zeit. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung 1329 bis 1548 war die Plattenburg in bischöflich havelbergischen Besitz und diente den Bischöfen als Sommerresidenz. Von 1552 an bis 1945 waren die Burg und die dazu gehörende Herrschaft im Besitz der Familie von Saldern. Anfang des 18. Jhdts. entstand ein barocker Burggarten, von denen die erhalten gebliebenen Eiben noch kund tun.

Im Osten von Prignitz liegt die Kreisstadt "Kyritz an der Knatter", was von den früher zahlreichen knatternden Windmühlen kam. 1488 wurde erstmals das Kyritzer Bier mit dem schönen Namen "Mord und Totschlag" gebraut, es wird heute noch ausgeschenkt. Nur einige Kilometer entfernt, liegt der Ortsteil Kampehl. Als 1794 die Kirche renoviert wurde, bettete man die Särge um und fand dabei eine Mumie - die des 1702 verstorbenen Ritters Christian Friedrich von Kahlbutz. Ältere erzählten damals, er habe einen Schäfer erschlagen, weil dessen Braut ihm das "Recht der ersten Nacht" verweigerte. Vor Gericht leugnete Kahlbutz die Tat und schwor: "Wenn ich der Mörder bin, mag einst mein Körper nicht verwesen".

Neben elf ehelichen werden dem Lebemann mehr als 30 Kinder nebenher nachgesagt. War halt Usus damals... Die berühmte Mumie von nur 6,5 kg Gewicht zieht nicht nur Besucher von überall her massenhaft an, auch berühmte Mediziner kamen. Die Ärzte Rudolf Virchow und Ferdinand Sauerbruch untersuchten diesen Herrn, 1983 steckte ihn Prof. Meinhard Lüning sogar in einen Computertomographen der Berliner Charité und überraschte mit einer Neuheit: es ist vermutlich gar nicht Kahlbutz! Den Besuchern ist dies aber egal, sie kommen trotzdem in Scharen. Seit über 500 Jahren bestimmt die "Wunderblutkirche" St. Nikolai die Silhouette des Wilsnacker Landes am Rande der Elbtalaue auf halben Weg zwischen Hamburg und Berlin. Der monumentale Kirchenbau ist untrennbar mit der mittelalterlichen Wunderblutlegende aus dem Jahre 1383 und der sich über 170 Jahre anschließenden Wallfahrtsbewegung verknüpft.

Die Wilsnacker Kirche war Ziel einer der größten Wallfahrtsbewegungen des Mittelalters und Treffpunkt von Wallfahrern aus dem gesamten nordeuropäischen Raum - angefangen von den Britischen Inseln, Flandern, über Skandinavien und das Baltikum, bis nach Polen, Tschechien und Ungarn. 1383 brandschatzte Ritter Heinrich von Bülow das Dorf Wilsnack. In den Trümmern fand man drei unversehrte Hostien, die mit Blutstropfen bedeckt waren. Dieses Hostienwunder ließ die Stadt schnell zu einem bedeutenden Wallfahrtsort werden. Unzählige Gläubige pilgerten von 1383 bis 1552 in die Stadt, um Heilung zu suchen und sich ihrer Sünden zu erledigen. Das Bistum und die Stadt erzielten bedeutende Einnahmen durch die Pilger, sodass die gewaltige Wunderblutkirche errichtet werden konnte.

Der erste reformierte Pfarrer Wilsnacks verbrannte 1552 die Wunderbluthostien und beendete die Wallfahrten. Auch wenn er dafür in der Plattenburg eingekerkert wurde - Wilsnack verlor seine Bedeutung und wurde wieder zu einem kleinen "Ackerbürgerstädtchen". Aber nichtsdestotrotz war die Wilsnacker Kirche als "Santiago de Compostela Nordeuropas" bis zur Mitte des 16. Jhdts. eines der berühmtesten Wallfahrtsziele des Mittelalters.

Putlitz ist die älteste Stadt der Prignitz, 946 erstmals erwähnt. Der eng mit der Stadt verbundene Name "Gänse von Putlitz" ist auf die Tiere zurückzuführen, die die schlafenden Wächter vor dem Übergriff feindlicher Ritter warnten und somit die Burg retteten. Aber alles wohl nur Sage, denn Gans ist der Name des Rittergeschlechts derer von Putlitz...

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Tourist-Information

Tourismusverband Prignitz e. V.
Großer Markt 4
19348 Perleberg
Telefon: 03876-30741920
Telefax: 03876-30741929

E-Mail: info@dieprignitz.de
Homepage: www.dieprignitz.de

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